Mo., 28.01.2019

Wettbewerb nach Noten: »Jugend musiziert« mit 141 Teilnehmern Bühne frei für den Nachwuchs

Anne Sophie Schmilgun (15, Klarinette) und Ruth Brendel (12, Klavier) spielen zum ersten Mal zusammen und qualifizieren sich für den Landeswettbewerb.

Anne Sophie Schmilgun (15, Klarinette) und Ruth Brendel (12, Klavier) spielen zum ersten Mal zusammen und qualifizieren sich für den Landeswettbewerb. Foto: Oliver Schwabe

Von Burgit Hörttrich

Bielefeld (WB). »Hohes Niveau«, lobt Denise Süßer, Geschäftsführerin des Regionalausschusses »Jugend musiziert«, die Leistungen, die die jungen Talente am Wochenende in der Musik- und Kunstschule zeigen.

141 Jugendliche (und 59 erwachsene Begleiter, etwa am Klavier) aus Bielefeld und den Kreisen Herford, Minden-Lübbecke und Gütersloh haben am 56. Regionalwettbewerb teilgenommen. Alle die, die mindestens zehn Jahre alt sind, haben die Chance, sich für den Landeswettbewerb zu qualifizieren. Die Instrumente wechseln im Dreijahres-Rhythmus, diesmal waren etwa Violine, Pop-Gesang oder Akkordeon dabei.

Die allermeisten der jungen Musiker treten als Solisten, einige als Duo, wenige als Quartett an. Deshalb ging es eher ruhig zu auf den Fluren der Musik- und Kunstschule. Die Zahl der (aufgeregten) Väter und Mütter hielt sich in Grenzen, in Probenräumen und beim Vorspiel waren die jungen Musiker hoch konzentriert. »Ja, wir haben in diesem Jahr mehr Solisten und weniger Ensembles«, sagt Denise Süßer.

Spaß an der Sache

Bei aller Anspannung: Die Jung-Musiker haben auch Spaß an der Sache: etwa die Zwillinge Victoria und Elisabeth Kampeter (16), die mit Klavierlehrer Waldemar Becker noch einmal schwierige Stellen durchgehen, bevor sie vor der Jury auftreten. Das Ungewöhnliche: Das Duo wechselt während des Vorspiels die Instrumente. Mal spielt Viktoria Klavier, mal Saxophon, mal Elisabeth Saxophon, mal Klavier. Klavierunterricht hatten beide schon mit vier Jahren, das Saxophon kam dazu, weil sie unbedingt in der Bigband ihrer Schule, dem Ratsgymnasium Minden, mitspielen wollten. Für die beiden 16-Jährigen ist ihre Teilnahme an »Jugend musiziert« eine Premiere.

Und keine Selbstverständlichkeit. Denise Süßer erzählt, dass ein Instrumentenwechsel in der Ausschreibung eigentlich nicht vorgesehen sei. Die Bundesgeschäftsstelle habe zuerst nein gesagt, die Landesgeschäftsstelle ja. Und jetzt sind die Kampeter-Zwillinge dabei.

Überhaupt: Es seien viele musikalische Familien beim Wettbewerb vertreten: mit zwei Kindern, eine aus Werther sogar mit drei in den »Disziplinen« Gesang, Cello und Gitarre.

Jüngste Teilnehmerin ist sechs

Raum 504 im Nebengebäude ist der Ort, an dem Jugendliche ihren Pop-Idolen nacheifern. In der Kategorie Gesang (Pop) bieten 16 junge Talente jeweils drei Songs dar: von der Eigenkomposition über »Imagine« von John Lennon, Ed Sheerans »Thinking out loud« und Adele Adkins »Turning Tables« bis hin zu Amy Winehouse und »Back to Black«. Shana Altenberend (11), auf der Gitarre begleitet von Johannes Strzyzewski, Direktor der Musik- und Kunstschule, darf sich jedenfalls freuen: Sie überzeugt die Jury voll und ganz, singt beim Landeswettbewerb in Köln im März. Wer es da schafft, kommt zum Bundeswettbewerb im Juni nach Halle/Saale.

Die jüngste Teilnehmerin, Luisa Lange, ist sechs Jahre jung, spielt auf ihrer Geige unter anderem »Auf der Mauer, auf der Lauer«, die ältesten Musiker sind 19. Für den Landeswettbewerb qualifizieren können sich die Talente frühestens im Alter von zehn Jahren.

Die letzten Ergebnisse werden am Sonntag lange nach 20 Uhr verkündet. Da wissen die Preisrichter, was sie zwei lange Tage getan haben: 21 von ihnen haben in insgesamt sieben Jurys ihre Urteile gefällt.

Preisträgerkonzerte sind in der Kunsthalle Bielefeld (10. Februar, 11 Uhr), im Johanneskrankenhaus Bielefeld (17. Februar, 16 Uhr), in der Musikschule Löhne (10. Februar, 17 Uhr), in der Musikschule Minden (16. Februar, 17 Uhr) und im Städtischen Gymnasium Gütersloh (24. Februar, 11.30 Uhr).

Ergebnisse:

Violine : Jana Esau (Espelkamp, 25 Punkte, 1. Preis), Emily-Sophie Kimmerle (Herford, 25 Punkte, 1. Preis); Veronika Borkowski (Gütersloh, 25 Punkte, 1. Preis), Nele Kappelmann (Rödinghausen, 23 Punkte, 1. Preis), Tabita Mock (Bünde, 23 Punkte, 1. Preis)

Viola : Alexej Fadejew (Bielefeld, 25 Punkte, 1. Preis)

Violoncello : Joline Marie Brose (Rödinghausen, 24 Punkte 1. Preis), Marit Dreyer (24 Punkte, 1. Preis)

Gesang (Pop) : Shana Altenbernd (Bielefeld, 24 Punkte, 1. Preis)

Akkordeon : Inga Mestwerdt (Bielefeld, 23 Punkte, 1. Preis), Sophie Kleemeyer (Löhne, 23 Punkte, 1. Preis), Nalin Bhatti (Bielefeld, 24 Punkte, 1. Preis)

Duo Klavier und Holzblasinstrument : Frida Maria Friese und Janne Marie Mentz (Bielefeld, 24 Punkte, 1. Preis), Noah Neufeld und Alexander Antipov (Bielefeld/Detmold, 25 Punkte, 1. Preis), Georg und Ida Sofia Kaßmann (Bielefeld, 24 Punkte, 1. Preis); Anna Sophia Schmilgun und Ruth Brendel, Viktoria und Elisabeth Kampeter

Gitarre (Duo, Trio, Quartett, Quintett): Nicolas David Böwer und Leon Timko (Bielefeld, 24 Punkte, 1. Preis), Justus Lunecke, Lisa Lauterbach, Michael Gross (Bielefeld, 24 Punkte, 1. Preis), Noa Emily Puissant, Linus Blanke, Enni Kosok, Alexandra Halter (Bielefeld/Werther, 23 Punkte, 1. Preis), Tilman Mestwerdt, Elisabeth Burow, Bernd Bao Lam Doan, Jana Kortkamp (Bielefeld, 25 Punkte, 1. Preis); Justus Lunecke, Lisa Lauterbach und Michael Gross

Duo Klavier und ein Blechblasinstrument : Jonathan Hoene und Liam Hellberg, Orpheus Jeremia Bothmann und Malte Wagener

Weitere erste Preise ohne Weiterleitung gab es für Maala Virginia Puissant, Yein Choi, Elias Schulz, Heidi Schlenker, Maria und Louisa Kling, Daiki Moch, Alexander Wilk, Rebecca Pries, Paul Zisopoulos, Ole Blanke, Simon Block, Lillian Grace Ervin, Nehle Vehring, Jamila Krenzel, Mathilda Hellweg, Marlene Walkenhorst, Kira Pielsticker, Lilith Walkenhorst, Anna Großevollmer, Rabea Fehren, Mia Beißmann, Marko Bergen, Albert Kling, Lukas Meyer-Jarchow, Bert Bexte, Mattis Harhoff, Florian Beizai, Ernesto Lavrentev, Leon Vervay

Der Landeswettbewerb wird vom 6. bis 10. März in Köln ausgespielt.

 

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