Zeitreise in die Musikgeschichte der progressiven Rockmusik der Siebziger im Movie
Die Wanne ist noch voll

Bielefeld (WB/AdV). Es war mal wieder so weit: Wilhelm »Willi« Teuber und sein zehnköpfiges Organisationsteam baten alte Fans und neue Interessierte der legendären »Badewanne« zum Tanz. Und der große Freundeskreis ließ sich nicht lange bitten.

Dienstag, 05.02.2019, 09:00 Uhr
DJ Willi (links) und DJ Eliseo heizten den Besuchern der Badewannen-Party im Movie richtig ein. Foto: André de Vos
DJ Willi (links) und DJ Eliseo heizten den Besuchern der Badewannen-Party im Movie richtig ein. Foto: André de Vos

Die 350 Karten waren im Vorfeld rasch ausverkauft. Dass der »Badewannen-Mythos« als Bielefelds kultigste und unbestritten beste Diskothek selbst nach ihrem Abriss 1980 bis heute weiterlebt, ist mehreren Faktoren gleichzeitig geschuldet:

Einerseits hatte sich ab 1970 der Vorläufer »Studio X« schon einen Namen als Auftrittsort von Multimillionen-Seller der Marke »Black Sabbath« oder »Status Quo« gemacht, bevor sie weltberühmt wurden. Die »Scorpions« (Gitarrist Rudolf Schenker berichtet noch heute, wie sich Sänger Klaus Meine an einem Balken der »Badewanne« einen »zweiten Scheitel« zog), und Krautrock-Bands wie »Birth Control« konnten hier ihre Bekanntheit ausbauen – potenziell sieben Tage die Woche lang zwischen 18 und 3 Uhr.

Politisierte Jugendbewegung

Es war die Zeit einer politisierten Jugendbewegung, zum Teil avantgardistisch, die hier in der »Wanne« ihren musikalischen Konzentrationspunkt hatte. Und so ist ein Besuch der inzwischen vierten Revival-Veranstaltung seit 1996 immer wieder eine Zeitreise, in der Stück für Stück, Hit für Hit, die Bedeutung der einzelnen Songs vor dem geistigen Auge erscheint, Lieder, die letztlich Evergreens wurden.

Daran können die DJs Willi und Eliseo problemlos anknüpfen, wenn sie vornehmlich 70er-Rock der Marke David Bowie mit »Station To Station«, Iggy Pop, Velvet Underground oder Progressive mit Pink Floyd und Stücken wie deren »Time« oder »Money« abfeuern. Lieder von den Doors, Deep Purple, Led Zeppelin oder Jimi Hendrix treffen natürlich voll den Nerv der 50plus-Generation, die – so gesehen – immer jung geblieben ist und stundenlang abrockt, ohne auf den Schweiß zu achten.

Musikalische Experimente

Der Mythos »Badewanne« speist sich auch daraus, dass die DJs wie Eliseo und der verstorbene Hannes damals Songs wie »Stranglehold« von Ted Nugent oder »Halogallo« von Neu! am Start hatten, bevor sie überhaupt bekannt waren. Es war die Zeit für musikalische Experimente, was durch die DJs geschmackssicher vorangetrieben wurde, die sich auch nicht scheuten, neuestes Material aus London einzukaufen.

Mitte Februar soll eine »Badewanne«-Website stehen, und am Rosenmontag, 4. März, gibt es jetzt auch noch in der »Tavernio« am Neuen Rathaus ab 20 Uhr einen »Badewannen«-Stammtisch.

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