Mi., 13.02.2019

Unterricht könnte an einigen Schulen in OWL teilweise ausfallen Angestellte Lehrer streiken am Donnerstag

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Von Andreas Schnadwinkel

Bielefeld (WB). Die Schulen in ganz Ostwestfalen-Lippe werden am Donnerstag von einem Warnstreik betroffen sein, zu dem die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) aufruft. Sie vertritt in der Region 4000 Lehrer, die nicht verbeamtet, sondern tarifbeschäftigt sind, sowie wissenschaftliche Hochschulmitarbeiter.

Die GEW fordert sechs Prozent mehr Gehalt oder mindestens 200 Euro monatlich, außerdem sollen tarifbeschäftigte Lehrkräfte (insgesamt rund 40.000 in NRW) höher eingruppiert werden.

Zur Kundgebung auf dem Bielefelder Jahnplatz, die um 12 Uhr beginnt, werden mehr als 300 Teilnehmer erwartet. »Es wird nicht bei diesem einen Warnstreik-Tag bleiben«, kündigt Dietmar Winsel an. Der stellvertretende Vorsitzende der GEW in OWL verhandelt als Mitglied der Bundestarifkommission in Berlin mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL). Nach zwei Runden ohne Annäherung ist die dritte für den 28. Februar und 1. März angesetzt.

500 Euro weniger

Für die Bundesländer verhandelt Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) in seiner Funktion als TdL-Vorsitzender. »Ich erwarte sehr schwierige Tarifverhandlungen«, erklärte Kollatz.

Der Ansatz der Gewerkschaft ist klar: Nach Tarif beschäftigte Lehrer sind nicht verbeamtet und verdienen deutlich weniger als die Kollegen. »Von Unterschieden zwischen Renten und Pensionen ganz zu schweigen«, sagt Bernd Bretthauer-Aue, Vorsitzender der GEW in Bielefeld. »Im Schnitt bekommen tarifbeschäftigte Lehrer 500 Euro weniger im Monat als verbeamtete Lehrer«, sagt Sabine Unger.

Die GEW-Chefin in OWL appelliert auch an die Beamten in den Schulen, den Streik zu unterstützen: »Sie sollten keine Streikbrecher sein. Denn es ist wichtig, dass an einem Streiktag die Folgen spürbar sind und der Unterricht ausfällt.«

»Beruf muss attraktiver werden«

Dietmar Winsel unterstreicht, dass schon jetzt auch für die noch anzustellenden Lehrer gestreikt werde: »Wenn der Staat Lehrer braucht und einstellen will, dann muss der Beruf für Tarifbeschäftigte attraktiver werden. Denn die Quereinsteiger in den Lehrerberuf werden erst einmal alle Tarifbeschäftigte sein.« Das gelte insbesondere für das »Lehrergewinnungsprogramm« an den Grundschulen in NRW. Dass sich die Mitgliederzahl der Gewerkschaft durch mehr Quereinsteiger erheblich nach oben bewegen könnte, erwartet Winsel nicht: »Die Zahl dürfte relativ gleich bleiben, weil wir im Gegenzug vor einer Verrentungswelle stehen.«

Dass nicht jeder Lehrer automatisch ein Beamter ist, kann ganz unterschiedliche Gründe haben. Früher reichte ein schlechter Body-Mass-Index, Diabetes oder ein anderer gesundheitlicher Grund, um den Beamtenstatus nicht zu bekommen. Winsel: »Ich habe in den 80er Jahren Geschichte studiert. Zu der Zeit wurden aber keine Geschichtslehrer gesucht. Und als die Lage besser wurde, war ich knapp über der Altersgrenze für Verbeamtungen.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6387555?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F