Fr., 15.02.2019

Walther-Rathenau-Straße in Bielefeld gesperrt: In der Erde könnten drei Blindgänger liegen Bombensuche vor der Luisenschule

Tiefbohrungen durch den Asphalt: Auf der Walther-Rathenau-Straße vor der Luisenschule wird nach Bomben gesucht.

Tiefbohrungen durch den Asphalt: Auf der Walther-Rathenau-Straße vor der Luisenschule wird nach Bomben gesucht. Foto: Oliver Schwabe

Von Jens Heinze

Bielefeld (WB). Auf der Walther-Rathenau-Straße hat eine der aufwendigsten Bombensuchen der vergangenen Jahre in Bielefeld begonnen. Es soll geklärt werden, ob vor der Luisen-Realschule drei Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg in der Erde liegen.

Die viel befahrene Walther-Rathenau-Straße ist seit Donnerstag von der Herforder Straße bis zur Eckendorfer Straße mit Einfahrt zum Ostwestfalendamm-Tunnel voll gesperrt. In der Gegenrichtung geht es nur einspurig voran. Auf der etwa 300 Meter langen, von rot-weißen Warnbaken umgebenen Sperrstrecke herrschte am ersten Tag der Suche reger Betrieb.

Mitarbeiter des städtischen Umweltbetriebes pumpten Wasser aus dem Untergrund ab, ihre Kollegen von den Stadtwerken hoben Schachtdeckel aus dem Asphalt und legten die Eingänge zu Versorgungsschächten frei, Experten einer Kampfmittelbeseitigungsfirma ratterten mit einem Bagger über die Straße, an dessen Greifarm ein Bohrkopf angebracht war, und brachen die Fahrbahn auf. Der Gehweg daneben ist aufgerissen, Versorgungsleitungen für Wasser, Strom oder Gas sind freigelegt.

Abriss der alten Sporthalle der städtischen Luisen-Realschule

Der große Aufwand mit Sperrung und teilweisem Aufriss quer über die Walther-Rathenau-Straße in Richtung Innenstadt bis mindestens bis zum 8. März hat einen einzigen Zweck: den Verdacht auszuräumen, dass im Erdreich drei Fliegerbomben-Blindgänger liegen könnten. Ob es die nicht explodierten Sprengsätze, die auf mehr als 74 Jahre alten Luftbildern der alliierten Fliegerstreitkräfte zu sehen sein sollen, überhaupt noch gibt, weiß nach dieser langen Zeit kein Mensch.

Anlass für die Bombensuche ist der nächste Woche beginnende Abriss der alten Sporthalle der städtischen Luisen-Realschule an der Walther-Rathenau-Straße mit anschließendem Neubau einer Zweifach-Sporthalle bis weit ins nächste Jahr hinein. Wie bei derartigen Baumaßnahmen vorgeschrieben, müssen vorher alte Luftbilder aus dem Zweiten Weltkrieg auf mögliche Blindgänger im Boden ausgewertet werden, sagt Jesko Löhr von der Abteilung Bevölkerungsschutz der Berufsfeuerwehr.

Demnach sind vor Abriss und Neubau der Sporthalle mit geplanten Kosten von 2,6 Millionen Euro drei Verdachtspunkte abzuklären. Blindgänger könnten 50 Meter vor der Ampelkreuzung zur Eckendorfer Straße, direkt vor der Sporthalle der Luisenschule und 80 Meter vor der Kreuzung zur Herforder Straße liegen. Es könnte aber auch eine völlige Fehleinschätzung sein.

»Vergangenes Jahr gab es 2500 Aufträge auf Luftbildüberprüfung.«

Bombensuchen in Bielefeld seien seit vielen Jahren durchgeführte Standardüberprüfungen und kein Grund zu plötzlicher Panik, sagt Löhrs Mitarbeiter Heiko Weber. Auch wenn dieses Mal mitten in der Öffentlichkeit vor einer Schule auf einer viel befahrenen Straße sondiert werde. Weber: »Vergangenes Jahr gab es in Bielefeld 2500 Aufträge auf Luftbildüberprüfung. Daraus resultierten um die 200 Standardüberprüfungen mit keinem einzigen Bombenfund.«

Bei der Bombensuche vor der Luisenschule spricht Bauleiterin Elke Dammann vom Amt für Verkehr von den »aufwendigsten Sondierungsarbeiten der vergangenen Jahre«. Denn das, was unter der Walther-Rathenau-Straße liegt, hat es in sich. Bei den Blindgänger-Sondierungen muss um 35 verschiedene Ver- und Entsorgungsleitungen in der Erde gebohrt werden. Alles soll möglichst unversehrt bleiben. Insgesamt, sagt Elke Dammann, kostet diese Bombensuche die Stadt 70.000 Euro.

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