Fr., 15.02.2019

Landgericht ordnet im Familienstreit schriftliches Vorverfahren an Oetker: Klage ist auf dem Weg

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Von Oliver Horst

Bielefeld (WB). Im Streit unter den Familiengesellschaftern des Bielefelder Oetker-Konzerns nimmt das juristische Verfahren seinen Lauf. Das Landgericht Bielefeld hat die Zustellung der Klage veranlasst, mit der die Vertreter des jüngsten Zweigs der vierten Generation gegen die von den anderen zwei Familienstämmen durchgesetzte Wahl von Anna Maria Braun in den Beirat vorgehen. Mit der Feststellungsklage, die sich offiziell gegen die Dr. August Oetker KG richtet, wollen Alfred (51), Carl Ferdinand (46) und Julia Oetker (40) die Ernennung für nichtig erklären lassen.

Wie berichtet, hatte August Oetker (74) als Leiter der Gesellschafterversammlung die Gegenstimmen seiner drei jüngeren Halbgeschwister als »treuwidrig« eingestuft und die Wahl Brauns in das Beratungs- und Kontrollgremium für gültig erklärt. Dagegen klagen die drei Abkömmlinge aus der dritten Ehe des 2007 gestorbenen Firmenpatriarchen Rudolf-August Oetker. Die vom Landgericht am Mittwoch versandte Klageschrift war beim Unternehmen gestern Mittag noch nicht eingegangen, wie Oetker-Pressesprecher Dr. Jörg Schillinger erklärte.

Zuständigkeit könnte noch wechseln

Die dritte Zivilkammer des Landgerichts hat ein schriftliches Vorverfahren angeordnet. Dieses dient zur Vorbereitung einer mündlichen Verhandlung. Will sich der Beklagte verteidigen, erhält er Gelegenheit, sich zunächst innerhalb einer vom Gericht bestimmten Frist schriftlich zu den Vorwürfen zu äußern. Im konkreten Fall könnte die Zuständigkeit beim Landgericht noch wechseln. Es ist möglich, dass die Kammer für Handelssachen die Sache übernimmt, heißt es.

Die Klage ist die erste bekannte Auseinandersetzung vor einem ordentlichen Gericht im seit Jahren schwelenden Streit innerhalb der Familie Oetker. Die drei jüngsten Vertreter der vierten Generation fühlen sich von den anderen fünf Gesellschaftern klein gehalten. Unter anderem beklagen sie, dass kein Familienmitglied mehr an der Konzernspitze tätig ist.

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