Fr., 15.02.2019

Nachwuchsstiftung Maschinenbau bereitet Lehrer und Ausbilder vor Fit für Industrie 4.0

Erfolg macht glücklich: Dazu gehört auch, dass junge Leute gut ausgebildet werden. Die Nachwuchsstiftung Maschinenbau ist derzeit dabei, auch Lehrer und Ausbilder zu qualifizieren.

Erfolg macht glücklich: Dazu gehört auch, dass junge Leute gut ausgebildet werden. Die Nachwuchsstiftung Maschinenbau ist derzeit dabei, auch Lehrer und Ausbilder zu qualifizieren.

Von Kerstin Sewöster

Bielefeld (WB). Die Arbeitswelt steht vor der vierten industriellen Revolution – kurz Industrie 4.0. Seit zehn Jahren ist die Nachwuchsstiftung Maschinenbau mit Sitz in Bielefeld dabei, das Thema in Ausbildungsbetrieben und berufsbildenden Schulen fest zu etablieren. Mit einer landesweiten Digitalisierungsoffensive konnte jetzt ein wichtiger Meilenstein gesetzt werden.

Während einer Projektlaufzeit von dreieinhalb Jahren sollen mit der Qualifizierungsoffensive »NRW goes digital« 300 Ausbilder, 300 Lehrer und 2000 Auszubildende auf die Zukunft vorbereitet werden. Die ersten 30 Teilnehmer entwickeln gerade ihre Ideen und lernen zur Zeit in der Nachwuchsstiftung Maschinenbau in Bielefeld. Gestern reiste NRW-Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) an, um sich selbst ein Bild zu machen.

Ausbilder können Förderung beantragen

Unterstützt wird das Projekt von Wirtschaft und Politik. So stellt das nordrhein-westfälische Schulministerium pro Regierungsbezirk einen Lehrer mit einer halben Stelle frei. Ausbilder können über das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales Förderung beantragen.

»Ziel ist, vor allem auch die kleinen und mittleren Unternehmen mit ins Boot zu nehmen«, wie Andre Wilms, Standortleiter Nord, betont. Jeder Teilnehmer wird insgesamt vier Wochen lang geschult. Die Schulungspartner kommen aus der Industrie, Forschung und Bildung, unter anderem sind auch das Fraunhofer-Institut und die Fachhochschule Bielefeld dabei.

Die Schulung ist aber nur der erste Baustein. In einem zweiten Schritt werden digitale Lernmedien entwickelt. Denn auch beim Lehrmaterial besteht in Sachen Industrie 4.0 großer Nachholbedarf. Zum Einsatz kommen soll es im dritten Baustein. »Digitale Fertigungsprozesse« titelt eine Zusatzqualifikation mit einem Umfang von 220 Unterrichtseinheiten – davon sollen rund 2000 Auszubildende profitieren.

Mehr als 125.000 Schüler informiert

Seit 2009 besteht die Nachwuchsstiftung Maschinenbau unter der Leitung von Peter Bole. Der erkannte als Gildemeister-Geschäftsführer früh, dass sowohl bei der Rekrutierung von Nachwuchs im Maschinenbau als auch bei der Ausbildung mit Blick auf die Digitalisierung Handlungsbedarf besteht.

Die Nachwuchsstiftung nahm 2009 die Arbeit mit vier Mitarbeitern auf, heute zählen 26 Mitarbeiter zum Team sowie acht abgeordnete Lehrer. Träger der Nachwuchsstiftung sind der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) und der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW).

Seit ihrer Gründung vor zehn Jahren wurden mehr als 7150 Lehrer und Ausbilder in der beruflichen Bildung beraten und qualifiziert sowie mehr als 125.000 Schüler informiert. Gerade erst wurde ein zweiter Standort der Nachwuchsstiftung in Tübingen geschaffen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6393349?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F