Sa., 16.02.2019

Katholische Kirche an der Rheinallee wird für 1,7 Millionen Euro saniert – mit Video St. Thomas Morus ist bald Denkmal

Die oberen Fenster im Chorraum sind bereits gereinigt und repariert. Die Architekten Linda und Christoph Heinrich Rasche-Schürmann planen und begleiten die Sanierung der Kirche St. Thomas Morus, die sich wohl noch bis Ende des Jahres hinzieht.

Die oberen Fenster im Chorraum sind bereits gereinigt und repariert. Die Architekten Linda und Christoph Heinrich Rasche-Schürmann planen und begleiten die Sanierung der Kirche St. Thomas Morus, die sich wohl noch bis Ende des Jahres hinzieht. Foto: Kerstin Sewöster

Von Kerstin Sewöster

Sennestadt (WB). Noch bedeckt eine zentimeterdicke Staubschicht den Boden, doch im Chorraum lässt das Sonnenlicht die bereits reparierten und gereinigten Fenster strahlen – die katholische Kirche St. Thomas Morus wird saniert.

Seit Mitte des vergangenen Jahres laufen die Bauarbeiten. Wer jetzt den Kirchraum betritt, erkennt ihn kaum wieder. Die Fenster sind zum Schutz teils abgedeckt, das Gerüst im Altarraum reicht 17 Meter hoch bis in die Spitze des Gebäudes. Die komplette Kirche ist leer, der Holzfußboden entfernt. 1,7 Millionen Euro kostet die Sanierung der Kirche, die Anfang der 60er Jahre eingeweiht wurde, und die nun unter Denkmalschutz gestellt wird.

Die beiden Architekten Linda und Christoph Heinrich Rasche-Schürmann hatten bereits mit den Planungen begonnen, als die Unterschutzstellung geprüft wurde. »Aber wir wollten sowieso alle künstlerischen Elemente erhalten«, meint Linda Rasche-Schürmann. Dazu gehören unter anderem die Kirchenfenster und Wandmosaike, die von Schwester Erentrud Trost, Ordensschwester der Benediktinerabtei (OSB) Varensell, gestaltet wurden.

340 Fensterelemente werden aus und wieder eingebaut

Alle 340 Fensterelemente werden nun nicht nur von einer dicken Rußschicht befreit, sondern auch ausgebessert, denn viele Scheiben haben Schäden, wie Christoph Heinrich Rasche-Schürmann ausführt. Die Fenster bezeichnet er als besondere Herausforderung – sie werden einzeln ausgebaut, in Borchen von der Firma Die Glasmaler bearbeitet und einzeln wieder eingesetzt.

Die Kreuzweg-Mosaike werden zum Teil abgebaut und näher zusammengelegt, Foto: Kerstin Sewöster

Läuft alles nach Plan, dann könnte schon in der Weihnachtszeit die Kirche wieder genutzt werden, hofft der Architekt. Die Gläubigen erwarten dann deutliche Veränderungen: Der Holzfußboden wird ersetzt durch Kohlplatter-Muschelkalk. Auch der neue Altar sowie der Ambo werden aus diesem grauen Naturstein sein. »Alle liturgischen Elemente gestaltet Pater Abraham Fischer (OSB), erläutert Linda Rasche-Schürmann. 1:1-Modelle stehen in der Kirche schon an ihrem Platz. Der alte Altar sowie der Tabernakel bekommen ihren Platz in der Seitenkapelle, die ursprünglich einmal als Taufkapelle und zuletzt als begrenzter Eingang genutzt wurde.

Kreuzweg-Mosaike rücken zusammen

Die Kirchenbänke weichen einer flexiblen Bestuhlung, weil die Kirche sich noch mehr für öffentliche Veranstaltungen wie Konzerte öffnen wolle, erklärt die Architektin. Die Zahl der Plätze reduziere sich damit von 450 auf 230. Die Kommunionbänke bleiben erhalten, werden jedoch hinter der Bestuhlung angebracht. »Man wollte ihre trennende Wirkung nicht mehr; Pastor und Kirche sollen enger zusammenrücken«, erklärt Linda Rasche-Schürmann.

Gleich beim Betreten der Kirche gibt es eine Neuerung: Das Taufbecken, das bislang seitlich neben dem Altar stand, rückt in den Bereich des Haupteingangs und wird auch als Weihwasserbecken genutzt. Direkt über dem Taufbecken bekommt das runde Heilig-Geist-Mosaik einen neuen Platz.

Die jeweils sechs Kreuzweg-Mosaike an den Seitenwänden werden näher zusammengesetzt. Ursprünglich befanden sie sich links und rechts der Beichtstühle, die in Nischen eingerichtet waren. Nachdem diese zugemauert wurden, klaffte eine Lücke zwischen den Darstellungen. Jeweils zwei der Mosaike wurden bereits fachgerecht gelöst und neu angebracht. Die Beichtstühle wurden neben der Seitenkapelle eingerichtet, wo sie auch bleiben.

Bücherei wird zum Gruppenraum

Insgesamt wird die Kirche St. Thomas Morus viel heller, was an der Reinigung, einem neuen Anstrich und vor allem an einem neuen Beleuchtungskonzept liegen wird, wie Architekt Rasche-Schürmann betont.

Das Gerüst wird benötigt, um die Kirchfenster nach der Reinigung wieder einzubauen. Foto: Kerstin Sewöster

Äußerlich bleibt die Kirche St. Thomas Morus fast unverändert. Allerdings erhält die Sakristei einen kleinen, etwa 15 Quadratmeter großen Anbau inklusive Plateau-Aufzug. Der ermöglicht einen barrierefreien Zugang in den Keller, wo sich bislang die Bücherei befand. »Dort entsteht nun ein Gruppenraum inklusive Teeküche«, sagt Rasche-Schürmann.

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