Di., 19.02.2019

Johann König beansprucht die Lachmuskeln von 2600 Bielefeldern Ein bisschen »Spaß for Fun«

Gewohnt gleichgültig gibt sich Johann König in der Stadthalle, nur manchmal bricht er aus der Ist-mir-egal-Stimmung aus.

Gewohnt gleichgültig gibt sich Johann König in der Stadthalle, nur manchmal bricht er aus der Ist-mir-egal-Stimmung aus. Foto: Oliver Schwabe

Von Vivian Winzler

Bielefeld (WB). »Jubel, Trubel, Heiserkeit« – der Name von Johann Königs neuem Programm ist am Sonntagabend in der ausverkauften Bielefelder Stadthalle tatsächlich Programm.

Der Komiker sorgt mit seinem trockenen Humor für Lacheskapaden bei den 2600 Zuschauern. Mit einem leuchtend grünen Hemd und farblich abgestimmten Turnschuhen tritt die selbst ernannte »depressive Stimmungskanone« auf die Bühne, gibt sich ganz in Königsmanier sichtlich unbeeindruckt. »Schön,  dass ihr hier seid, in dieser muckeligen, schwarzen Metallkiste«, begrüßt er sein Publikum. Gewohnt entspannt und gleichgültig liest er hier und da ein paar Witze vor oder isst ein bisschen Schokolade, während er sich über das Catering aufregt.

Aufregen ist das Thema

Sich aufzuregen ist bei König generell das Thema. Sei es über seinen Nachbarn, Haustiere oder Kinder. »Die seelische Muskulatur der Kinder wird heute nicht mehr so beansprucht«, meint König und zielt damit auf die vermeintliche Verweichlichung unserer Jüngsten ab. Die Leonie würde zum Beispiel nicht mehr sitzen bleiben, sondern nur noch »ein Jahr in der dritten Klasse verweilen«. Den Unterschied versteht König nicht, und er wolle es auch gar nicht. Er habe schließlich auch noch seinen Stolz, das müsse er auch immer wieder seiner Bekannten Angelika klar machen, die eigentlich Mechthild heißt. »Aber diesen Namen auszusprechen sehe ich nicht ein«, König ist schließlich ein echt guter Freund.

Aus der exorbitanten Ist-mir-egal-Stimmung bricht er hier und da aus, was erst Recht für Lacher beim Publikum sorgt. Der gebürtige Soester kann Gift und Galle spucken, wenn sich der Nachbar zum Beispiel wieder ein neues Boxspringbett gekauft hat, oder seine Mitmenschen aus ein bisschen »Spaß for Fun« eine Würfel-App benutzen.

Konfettikanone

Seit 1997 ist der Comedian aus Funk und Fernsehen bekannt, hat seine ersten Auftritte auf Sat1 bei der Harald-Schmidt-Show und dem Quatsch-Comedy-Club absolviert. Für sein erstes Soloprogramm »Alles Spekulatur!« ist König mit dem Deutschen Comedypreis als »Entdeckung des Jahres« ausgezeichnet worden. Er folgen zahlreiche Bühnenprogramme, Bücher und Hörspiele. Seine monotone, heisere Stimme ist mittlerweile sein Markenzeichen, mehr braucht König nicht an Wiedererkennungswert.

Zündet ein Gag nicht so wie geplant, wird auch mal eine Konfettikanone losgelassen. König weiß, wie er mit dem Publikum spielen muss. Bei den Ostwestfalen kommt das sehr gut an, selten hat man bei einer Comedyshow so laute Lacher gehört. Erst nach zwei Zugaben darf der König gehen – auch wenn eine davon aus einer Tanzdarbietung mit einem Hula-Hoop-Reifen zu »I like to move it« besteht. Man kann ihn einfach nur gern haben.

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