Sa., 23.02.2019

Gericht verurteilte Täter zu eineinhalb Jahren Haft ohne Bewährung Versuchte Vergewaltigung: Verteidiger geht gegen Urteil vor

Ihr mutiges Handeln kommt als Paradebeispiel für Zivilcourage noch einmal ins Fernsehen: Ein Kamerateam begleitet Karolina Smaga (Mitte) und Linda Cariglia zur Zeugenaussage beim Prozess gegen den Sextäter in das Amtsgericht Bielefeld.

Ihr mutiges Handeln kommt als Paradebeispiel für Zivilcourage noch einmal ins Fernsehen: Ein Kamerateam begleitet Karolina Smaga (Mitte) und Linda Cariglia zur Zeugenaussage beim Prozess gegen den Sextäter in das Amtsgericht Bielefeld. Foto: Oliver Schwabe

Bielefeld (WB/hz). Der bundesweit Aufsehen erregende Fall vom mutigen Eingreifen der beiden Retterinnen Karolina Smaga (22) und Linda Cariglia (20) bei einer versuchten Vergewaltigung am 14. Oktober 2018 in der Bielefelder Innenstadt wird die Justiz weiter beschäftigen.

Nachdem der abgelehnte marokkanische Asylbewerber am Donnerstag von einem Bielefelder Schöffengericht zu eineinhalb Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt worden war , kündigte Verteidiger Friedbert Teutenberg am Freitag Rechtsmittel gegen den Schuldspruch an. Damit ist das Urteil weiterhin nicht rechtskräftig.

Der Angeklagte (25 Jahre alt) wurde vom Schöffengericht verurteilt, weil er am Morgen des 14. Oktober vergangenen Jahres hinterrücks eine 22-Jährige aus Herford am Bahndamm unweit des Bielefelder Hauptbahnhofes überfallen hatte. Der Marokkaner habe sie auf eine Grünfläche an der Ecke Mindener-/Ecke Arndtstraße gerissen, zu Boden geworfen, ihre Arme fixiert und bedroht, erzählte die junge Herforderin vor Gericht.

Frauen rissen den Täter vom Opfer

In diesem Moment, als die Vergewaltigung der 22-Jährigen offenbar unmittelbar bevor stand, kamen die Retterinnen Karolina Smaga (22) und Linda Cariglia (20) auf dem Heimweg von einer durchtanzten Disconacht am Tatort vorbei. Die Frauen aus Gütersloh und Rietberg erkannten die Situation, griffen sofort ein, rissen den Täter vom Opfer und alarmierten die Polizei. Der flüchtende Täter wurde am Jahnplatz von Polizisten festgenommen.

Der Asylantrag des in Untersuchungshaft sitzenden Marokkaners ist zwar inzwischen abgelehnt, seine Abschiebung nach Nordafrika wird allerdings noch geraume Zeit dauern. Das wurde am Rande des Prozesses bekannt. Grund sind die beiden Identitäten, die der Mann bei der Bielefelder Ausländerbehörde angegeben hat.

Die Behörde muss erst aufwendig mit marokkanischen Behörden klären, welche Identität die richtige ist oder ob beide falsch sind. Nach Informationen dieser Zeitung legte der Mann keine marokkanischen Ausweisdokumente vor, als er im September 2018 in Bielefeld Asyl beantragte. Eigenen Angaben des Marokkaners zufolge ist er ein Berber aus der Sahara des nordafrikanischen Staates.

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