Sa., 23.02.2019

Mit mehr als 100 Millionen Euro soll OWL für den Rhein-Ruhr-Express fit gemacht werden – mit Video Diese Bahnhöfe werden bald umgebaut

Auch der Bahnsteig 1 in Minden wird bald umgebaut.

Auch der Bahnsteig 1 in Minden wird bald umgebaut. Foto: Jan Gruhn

Von Jan Gruhn

Bielefeld/Minden (WB). Die Bahnhöfe in Ostwestfalen-Lippe sollen fit werden für den Rhein-Ruhr-Express. Damit der sogenannte RRX ab Dezember zwischen Köln und Minden pendeln kann, fließt in diesem Jahr eine Menge Geld.

Wie bereits berichtet stecken der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), die DB Station & Service AG und das Land NRW eigenen Angaben zufolge mehr als 100 Millionen Euro in die Modernisierungsarbeiten.

Am Freitag stellte OWL-Bahnhofsmanager Martin Nowosad das Maßnahmenpaket zusammen mit Kai Schulte vom NWL bei einer Rundtour vor. Im Kern gehe es vor allem darum, die betroffenen Bahnsteige so umzubauen, dass sie vom RRX künftig angefahren werden können. Dafür müssten die meisten Steige verlängert und auf ein Niveau von 76 Zentimeter angehoben werden.

Das sagt der Minister

Zudem soll ein stufenfreier und somit barrierearmer Zugang zum Zug ermöglicht werden. Dieses Vorhaben habe die Planer eigenen Angaben zufolge zum Teil vor große Herausforderungen gestellt. In Minden zum Beispiel habe die vorgesehene Erhöhung unter Beachtung des Denkmalschutzes erfolgen müssen.

»Der RRX kommt wieder ein Stück voran«, wird NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) in einer Mitteilung zitiert. »Vom Ausbau der Infrastruktur profitiert auch der gesamte Schienenverkehr der Region.« Später sollen einmal sieben RRX-Linien in NRW verkehren, zentraler Bestandteil soll eine Linie zwischen Köln und Dortmund sein, die im 15-Minuten-Takt verkehrt.

17 Millionen für Brackwede

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg – und an den OWL-Bahnhöfen muss zum Teil einiges passieren. Das teuerste Umbauprojekt ist der Bahnhof in Bielefeld-Brackwede. Mit Baubeginn Anfang März sollen dort mit insgesamt 17 Millionen Euro die Bahnsteige 1 und 2 verlängert und auf die richtige Höhe gebracht werden. Der Fußgängertunnel wird erneuert und soll barrierefrei – also mit Rollator, Rollstuhl oder Kinderwagen – erreichbar sein.

Dazu passend sollen drei neue Aufzüge gebaut werden. Ähnliche Projekte gibt es an den Bahnhöfen in Minden, Porta Westfalica, Löhne und Herford. In Paderborn soll das gesamte Empfangsgebäude durch einen Investor abgerissen und neugebaut werden. Weitere Modernisierungsarbeiten finden an den Stationen Sylbach (Kreis Lippe) und Paderborn-Kasseler Tor statt.

200 Millionen in NRW

Knapp 200 Millionen Euro werden laut Dr. Gitta Raulin, Finanzchefin von DB Station & Service, in diesem Jahr in die Bahnhöfe NRWs investiert. Und das sei mit Blick auf die zum Teil marode Infrastruktur auch notwendig, so Raulin, die von einem »Aufbau West« spricht.

Ausfälle werde es laut DB Station & Service durch die geplanten Maßnahmen an den Bahnhöfen nicht geben. »Es wird alles ›unter dem rollenden Rad‹ gemacht«, so formulierte es Kai Schulte vom NWL. Aber die Fahrgäste müssten mit Einschränkungen rechnen, hieß es am Freitag. Allerdings: Wie bereits berichtet wird der Bielefelder Hauptbahnhof vom 15. März an (22 Uhr) für 54 Stunden vom Verkehr abgekoppelt. Grund sind Bauarbeiten an drei Bahnbrücken.

Um diese Bahnhöfe geht’s

Lage-Sylbach: Hier wird der Hausbahnsteig auf 150 Meter Länge und einer Höhe von 76 Zentimetern neugebaut. Zudem werden die Bahnsteige und die Beleuchtung neu gestaltet. Kosten: 1,3 Millionen Euro. Beginn: Juni.

Minden: Hier werden unter anderem die Bahnsteige 1 (im Bild) und 2 auf 220 Meter ausgebaut und auf die für den RRX notwendige Höhe gebracht. Zudem sollen sie barrierefrei erreichbar sein. Kosten: sechs Millionen Euro. Beginn: März.

Herford: Das Gleis 5 wird im Rahmen des RRX-Ausbaus verlängert und erhöht, es gibt außerdem Nachbesserungen bei der Beleuchtung und beim Wetter- und Windschutz. Kosten: zwei Millionen Euro. Beginn: April.

Bielefeld-Brackwede: Beim teuersten Projekt des Maßnahmenpakets werden zum Beispiel Bahnsteige umgebaut, drei Aufzüge sollen den stufenfreien Zugang ermöglichen. Kosten: 17 Millionen Euro. Beginn: März.

Porta Westfalica: Hier wird unter anderem der Mittelbahnsteig zwischen den Gleisen 1/2 verlängert, wie Bahnhofsmanager Martin Nowosad erklärt. Beleuchtung und Beschallung werden ergänzt. Kosten: 1,5 Millionen Euro. Beginn: März.

Löhne: Beim zweitteuersten Projekt wird unter anderem die Unterführung angepasst. Es kommen drei neue Aufzüge, teilweise werden nicht mehr genutzte Aufsichträume auf den Bahnsteigen entfernt. Kosten: 10,5 Millionen. Beginn: März.

Bielefeld Hauptbahnhof: Hier müssen die Gleise für den RRX nicht umgebaut werden, trotzdem tut sich eine Menge: So ist die Radstation seit Kurzem abgerissen. Mitte März ist der Bahnhof zudem wegen Bauarbeiten für ein Wochenende gesperrt.

Geplante Umgestaltung des Paderborner Hauptbahnhofs: Das Empfangsgebäude wird abgerissen und von einem Investor durch einen Neubau ersetzt. Später sollen dann diverse Modernisierungsmaßnahmen folgen. Beginn: 2. oder 3. Quartal.

Paderborn-Kasseler Tor: Hier gibt’s einen Neubau des Bahnsteigs auf 125 Meter Länge und 76 Zentimeter Höhe. Kommen soll unter anderem ein neues Wetterschutzhaus. Kosten: 1,2 Millionen. Beginn: Oktober.

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