In Bielefeld-Altenhagen brauchen Interessenten für einen Anschluss auch einen Bitel-Vertrag
Glasfaseranschluss nicht mehr kostenlos

Bielefeld (WB). Beim Ausbau des Glasfasernetzes haben die Stadtwerke und das Tochterunternehmen Bitel einen Strategiewechsel eingeleitet. Der Anschluss bis ins Haus ist im zweiten Ausbaugebiet Altenhagen nun nicht mehr, wie im ersten Ausbaugebiet in Sudbrack, kostenlos und außerdem an einen Bitel-Vertrag geknüpft.

Sonntag, 03.03.2019, 04:00 Uhr aktualisiert: 03.03.2019, 09:10 Uhr
Im Bereich Sudbrack läuft die Verlegung der Glasfaserkabel noch bis Ende Mai. Foto: Bitel
Im Bereich Sudbrack läuft die Verlegung der Glasfaserkabel noch bis Ende Mai. Foto: Bitel

Im März 2018 hatten die Stadtwerke, wie berichtet, ihre Glasfaser-Offensive vorgestellt. Bis 2027 will das Versorgungsunternehmen 280 Millionen Euro investieren, um ein flächendeckendes Glasfasernetz in Bielefeld zu schaffen und hat die Stadt dafür in 39 Anschlussgebiete unterteilt. Im Sommer hatten dann die Arbeiten im Sudbrack-Gebiet begonnen, das in zwei Areale aufgeteilt wurde. Seit Mitte 2018 wurden dort laut Stadtwerke gut 14 Kilometer Glasfaser verlegt und bereits 550 Häuser mit der Technologie ausgestattet.

Die Zusage lautete damals, dass der Anschluss bis in den Hauskeller für die Kunden kostenlos sei, wenn sie sich während der Bauphase dafür entscheiden. Und auch der Abschluss eines Bitel-Vertrages sei zwar erhofft, »aber selbstverständlich steht es jedem Kunden frei, sich auch für einen anderen Anbieter zu entscheiden«, hatte Stadtwerke-Prokurist Ingo Kröpke damals erklärt.

Geringe Vertriebsquote

Nach den Erfahrungen im Bereich Sudbrack sieht dies nun jedoch für den Bereich Altenhagen, der als nächstes folgen soll, anders aus. Denn offensichtlich ist das Unternehmen mit der Zahl der Kunden, die sich im Zuge des Glasfaser-Ausbaus für einen Bitel-Vertrag entschieden haben, nicht zufrieden.

Denn im Bereich Sudbrack I zwischen Jöllenbecker Straße, Schuckertstraße, dem Bultkamp-Grünzug und Am Meierteich gab es zwar eine hohe Akzeptanz für die Glasfaser – dort haben sich 90 Prozent der Hauseigentümer für einen Hausanschluss entschieden –, einen Bitel-Vertag haben jedoch weniger als 20 Prozent abgeschlossen. In dem Gebiet Sudbrack II westlich der Jöllenbecker Straße und südlich des Meierteichs war das Interesse noch geringer. Dort haben sich laut Stadtwerke 65 Prozent der Eigentümer für einen Hausanschluss entschieden. Die Zahl derjenigen, die in diesem Zuge einen Bitel-Vertag abgeschlossen haben, liegen jedoch unter zehn Prozent, so Stadtwerke-Sprecherin Yvonne Liebold. »Die Vertriebsquote ist gering«, räumte auch Ingo Kröpke in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Schildesche ein.

Anschluss kostet 100 Euro

Nun gibt es Änderungen beim Glasfaserausbau. Denn das Unternehmen werde sich nun zunächst auf die Gebiete konzentrieren, in denen die Versorgung bislang eher schlecht ist – wie in Altenhagen, wo die Vermarktungsphase noch in diesem Monat starten soll. Denn in Sudbrack habe es offensichtlich viele Bewohner gegeben, die mit der jetzigen Internet-Geschwindigkeit zufrieden seien, so Kröpke. Zweite Neuheit: Die Hausanschlüsse sind nicht mehr kostenlos und der Anschluss ist an den Abschluss eines Bitel-Vertrages gekoppelt. In der Vermarktungsphase kostet ein Hausanschluss in Altenhagen für einen Privathaushalt 100 Euro. Und nach dem Ausbau werden die Kosten um einiges höher sein, heißt es von den Stadtwerken.

»Initiierungsangebot«

Dass Hauseigentümer im ersten Ausbaugebiet einen kostenlosen Hausanschluss erhalten haben, sei ein Initiierungsangebot zum Start gewesen, um für das neue Thema Glasfaser zu werben, heißt es dazu von den Stadtwerken. Aus wirtschaftlichen Gründen könne das Angebot jedoch nicht auf ganz Bielefeld ausgeweitet werden.

Außerdem ist in Altenhagen auch ein Bitel-Vertrag nötig, um einen Hausanschluss zu erhalten. »Das Netz der Zukunft wird von den Stadtwerken Bielefeld in Kooperation mit der Bitel geschaffen. Damit sind wir derzeit der erste Telekommunikationsanbieter in diesem Marktraum. Wir gehen davon aus, dass die Interessenten ihren Anschluss sofort nutzen wollen. Dazu benötigen sie einen Bitel-Tarif«, sagt dazu Bitel-Vertriebsleiter Andreas Niehaus.

Ob es für einen Glasfaseranschluss in den weiteren Ausbaugebieten für die Kunden Kosten geben wird – und falls ja, in welcher Höhe – und ob er dort auch an einen Bitel-Vertrag gekoppelt sein wird, das stehe noch nicht fest, so Stadtwerke-Sprecherin Liebold. »Je nach Gebiet können die Hausanschlusskosten unterschiedlich hoch sein, da die Ausbaugebiete individuell betrachtet werden.«

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