Unterführungen unter der Paderborner Straße in Bielefeld sollen attraktiver werden
CDU will Aufwertung der Tunnel

Bielefeld (WB). Dass die Paderborner Straße Sennestadt in zwei Teile schneidet, ist unbestritten. Soll jetzt noch vor der Verlängerung der Linie 1 bis Sennestadt Geld in die bestehenden Fußgängerunterführungen gesteckt werden oder wartet man große Lösungen wie Landschaftsklammer und Rückführung auf zwei Spuren ab? Darüber diskutierten die Bezirksvertreter in der jüngsten Sitzung einmal mehr sehr engagiert.

Dienstag, 05.03.2019, 15:00 Uhr
Die Fußgängerunterführung auf Höhe der Kreuzkirche und Elbeallee wird von Fußgängern und Radfahrern genutzt. Die Graffiti scheinen nicht zu stören. Die CDU wünscht sich dort frische Farbe und eine bessere Beleuchtung. Foto: Kerstin Sewöster
Die Fußgängerunterführung auf Höhe der Kreuzkirche und Elbeallee wird von Fußgängern und Radfahrern genutzt. Die Graffiti scheinen nicht zu stören. Die CDU wünscht sich dort frische Farbe und eine bessere Beleuchtung. Foto: Kerstin Sewöster

Anlass war ein Antrag der Christdemokraten. Darin formulieren sie die Bitte an Verwaltung und den Landesbetrieb Straßen NRW zu prüfen, ob im Zuge der Sanierung der Paderborner Straße auch die Fußgängertunnel aufgewertet werden können.

Wie berichtet, werden noch in diesem Jahr auf einer Strecke von 1000 Metern der L 756 die Oberfläche herausgefräst, lärmmindernder Asphalt aufgebracht und Radwege erneuert. Die ganze Maßnahme soll 500.000 Euro kosten und ist laut CDU-Fraktionsvorsitzender Frank Sprungmann eine gute Gelegenheit, sich auch der Tunnel anzunehmen. Das zumindest soll dem Landesbetrieb Straßen NRW als Träger vorgeschlagen werden.

SPD befürchtet ein »falsches Signal«

Wer in Sennestadt als Fußgänger von der Südstadt in die Nordstadt möchte oder umgekehrt, der nutzt am besten eine der beiden Unterführungen, um die stark befahrene Straße zu passieren. Doch die Tunnel würden wenig genutzt, meint die CDU. Die Lampen sind teils kaputt, die Wände mit Graffiti beschmiert – die Tunnel sollen durch technische und optische Eingriffe kurzfristig aufgewertet werden, meinen die Christdemokraten. Vorschläge zur Verbesserung der Barrierefreiheit, Modernisierung der Beleuchtung sowie Alarm/Kameraschalter sollen gemacht werden.

Wehret den Anfängen scheinen dagegen die Sozialdemokraten zu denken. Wenn jetzt Geld für die Unterführung gefordert werde, könne das später so ausgelegt werden, dass Sennestadt keine Stadtbahn wolle, befürchtete Stefan Fleth (SPD). Auch seine Parteikollegin Brigitte Biermann sieht in einer Tunnelertüchtigung das falsche Signal. Das Geld solle lieber für oberirdische Querungshilfe ausgegeben werden, betonte sie. Karl-Heinz Masmeier (SPD) sah ebenfalls keinen Sinn darin, in die Tunnel zu investieren: »Mit dem Land NRW dauern die Tunnel genauso lange wie eine überirdische Querung.«

In der Tat sind Querungshilfen über die Paderborner Straße schon seit Jahren ein Thema. Die so genannten Landschaftsklammern, begrünte Insellösungen, wurde erstmals vor acht Jahren mit dem ersten Insek (Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept) ins Gespräch gebracht. Zwar wurden im Zuge des Inseks viele Verbesserungen in Sennestadt erzielt, die Paderborner Straße blieb davon jedoch unberührt.

Desolater Zustand

So sieht das auch Dr. Ulrich Schumacher. »Wir haben die oberirdische Querung längst beschlossen, aber es geschieht nichts. In den nächsten fünf bis sechs Jahren wird da nichts passieren. Mit einfachen Mitteln können wir die bestehenden Durchgänge leicht verbessern«, ging der Bündnisgrüne auf die Christdemokraten zu. »Die Tunnel sind in einem desolaten Zustand. Wir wollen keinen Ausbau de luxe, sondern nur Lampen, die nicht leicht kaputt zu machen sind und etwas Farbe«, plädierte Thorsten Kirstein (CDU) für den Antrag seiner Fraktion.

Einen Kompromiss suchte sein Parteikollege Manfred Arning: »Wir brauchen ganz eilig eine Straßenüberquerung. Aber wenn die Planung nicht so schnell geht, dann müssen wir die Tunnel so ertüchtigen, dass sie angenommen werden.« Eine verstärkte Akzeptanz der Unterführungen verspricht er sich, wenn Schüler selbst die Gestaltung der Tunnelwände übernehmen könnten.

Mit Aktionen dieser Art haben die Bezirksvertreter allerdings bereits Erfahrungen gemacht. »Wir haben vor Jahren die Tunnel gestrichen, und 24 Stunden später waren sie mit Graffiti verschmiert«, erinnerte Bezirksbürgermeister Lars Nockemann.

Letztlich setzten sich die Christdemokraten mit ihrem Antrag durch. Offen bleibt, ob Straßen NRW dem Anliegen nachkommt.

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