Einige Eltern wollen erneuten Wechsel in der Leitung der Junos nicht hinnehmen
Personalentscheidung sorgt für Unruhe

Bielefeld (WB). Am Theater Bielefeld sorgt ein Personalwechsel bei den Junos, dem Jungen Opernchor, für Unruhe. Einige Eltern beklagen den erneuten Wechsel in der Chorleitung und sprechen von mangelnder Transparenz.

Mittwoch, 06.03.2019, 18:00 Uhr
Am Theater Bielefeld rumort es: Eltern beklagen einen erneuten Chorleitungswechsel bei den Junos. Foto: Sarah Jonek / Theater Bielefeld
Am Theater Bielefeld rumort es: Eltern beklagen einen erneuten Chorleitungswechsel bei den Junos. Foto: Sarah Jonek / Theater Bielefeld

Erst zum Beginn dieser Spielzeit hatte ein neues Team, bestehend aus Nike Schmitka, Kamilla Matuszewska und Martin Rieker, die Leitung der Junos übernommen. Da Kirchenmusikdirektor Martin Rieker noch bis April 2019 als Kantor der Johanniskirche in Halle gebunden ist, sollte er zunächst überwiegend beratend zur Verfügung stehen und nur wenige Chorproben selbst leiten.

Kommuniziert wurde auch gegenüber dieser Zeitung, dass das neue Leitungsteam nach den häufigen Chorleiterwechseln der Vergangenheit für Kontinuität stehen solle und dass alle drei Chorleiter unter der künstlerischen Gesamtleitung von Chordirektor Hagen Enke gleichberechtigt arbeiten sollten.

»Leider sind wir uns nicht einig geworden«

Isabell Burkheiser, Mutter einer Junos-Sängerin, fiel daher aus allen Wolken, als sie erfuhr, dass Martin Rieker ab April dieses Jahres die Chorleitung übernehmen wird. Ferner, dass Nike Schmitka das Angebot, als seine Stellvertreterin und Stimmbildnerin zu arbeiten, abgelehnt hat und auch Kamilla Matuszewska nicht weiter beschäftigt wird.

Auf Nachfrage dieser Zeitung bei der Theaterleitung war zu erfahren, dass allen drei Beteiligten immer klar gewesen wäre, dass Rieker ab April das Ruder übernehmen werde und dass die Junos dauerhaft mit zwei Chorleitern auskommen würden. Nike Schmitka sei in diesem Team immer an zweiter Stelle als Stimmbildnerin vorgesehen gewesen, betont Heide Koch, persönliche Referentin des Intendanten.

Da indes klar gewesen sei, dass Schmitka den Chor mit seinen drei Gruppen und den zwei kurz hintereinander zu bewältigenden Opernbeteiligungen ab September 2018 nicht allein leiten konnte, habe Nike Schmitka vorgeschlagen, Kamilla Matuszewska, eine Pianistin und erfahrene Chorleiterin, mit ins Boot zu holen. »Wir fanden die Lösung okay und haben uns darauf verständigt, Mitte Januar erneut in Gespräche zu treten, wie in Zukunft die Aufgaben zu verteilen sind. Leider sind wir uns nicht einig geworden«, bedauert Heide Koch.

Schmitka und Matuszewska hätten daraufhin um eine vorzeitige Auflösung ihres Vertrages zum 1. Mai gebeten. »Wir müssen nun zusehen, wie wir ab Mai die Stimmbildung besetzen«, sagt Koch. »Dadurch ist eine schwierige Situation entstanden. Ich finde es befremdlich, dass Nike Schmitka, die eine gute Verbindung zu den Kindern aufgebaut hatte, den Chor vorzeitig verlässt«, sagt dazu Chordirektor Hagen Enke.

»Warum geht man nicht offensiver und transparenter mit der Sache um?«

»Dass von vorne herein eine Zweierleitung mit Martin Rieker als Kopf vorgesehen war, hat man uns Eltern so nicht mitgeteilt. Uns hat man Anfang der Spielzeit gesagt, dass ab sofort alle vier Chorleiter für unsere Kinder zuständig sind. Warum geht man nicht offensiver und transparenter mit der Sache um?«, moniert Isabell Burkheiser.

Und noch ein weiterer Chorvater drückt in einem Brief an die Theaterleitung sein Unverständnis über die Personalentscheidung bezüglich der Junos aus sowie seine Fassungslosigkeit darüber, dass Kamilla Matuszewska und Nike Schmitka nur als »Übergangslösung« fungiert haben sollen. Der Briefeschreiber möchte namentlich nicht genannt werden, sondern erst ein Gespräch am kommenden Freitag mit den Verantwortlichen des Theaters abwarten.

Nike Schmitka betont, über die Planungen des Theaters bezüglich der Junos-Leitung im Unklaren gelassen worden zu sein. Schmitka: »Mein jetziger Vertrag sieht eine Leitungsfunktion vor. Ich verstehe nicht, warum das geändert wurde. Das ist kein angemessener Umgang mit Mitarbeitern.«

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