Die Kunsthalle widmet Anna Oppermann eine Ausstellung mit dem Titel »Künstler sein«
»Wucherungen« mit Schnittlauch

Bielefeld (WB). Seit genau 100 Jahren dürfen Frauen an Kunstakademien studieren. Das ist Anlass für die Kunsthalle, eine Ausstellung zu zeigen, die den schlichten Titel »Künstler sein« trägt und der Arbeit Anna Oppermanns (1940-1993) gewidmet ist.

Freitag, 08.03.2019, 08:00 Uhr
Dr. Felicia Rappe, Sammlungsleiterin des Museums Abteiberg Mönchengladbach, und Dr. Friedrich Meschede vor dem raumgreifenden Ensemble von Anna Oppermann, das zur Zeit in der Kunsthalle für die nächste Ausstellung rekonstruiert wird. Foto: Oliver Schwabe
Dr. Felicia Rappe, Sammlungsleiterin des Museums Abteiberg Mönchengladbach, und Dr. Friedrich Meschede vor dem raumgreifenden Ensemble von Anna Oppermann, das zur Zeit in der Kunsthalle für die nächste Ausstellung rekonstruiert wird. Foto: Oliver Schwabe

Kunsthallen-Direktor Dr. Friedrich Meschede sagt, Anna Oppermann habe darum gekämpft, »Künstler sein« zu dürfen. Sie habe sich frei gemacht vom traditionellen Rollenverständnis und das auch immer und immer wieder thematisiert.

Im Zentrum der Ausstellung steht ein Ensemble, das auf der 6. Documenta in Kassel 1977 zu sehen war. In der Leihliste seien 1200 Einzelteile aufgeführt – Fotos von Fotos von Geschriebenem, Gemaltem, von Zeichnungen, aufgenommen in Schwarzweiß aus immer neuen Blickwinkeln. Dieses Raumensemble aus dem Eigenbesitz des Museums Abteiberg Mönchengladbach wird innerhalb von drei Tagen rekonstruiert.

Frühwerk erstmals im musealen Kontext zu sehen

Ein zweites Ensemble trägt den Titel »Gurken und Tomaten«, sprengt den Rahmen eines Bildes, steigt heraus und wuchert in den Raum. Dieses Ensemble ist eine Leihgabe des Ludwig-Forums Aachen. Meschede sagt, die Künstlerin gewähre dem Betrachter einen Einblick in ihre private Welt, durch die Augen der Künstlerin selbst. Dabei gebe es perspektivische Verschränkungen, Anna Oppermann zitiert andere Künstler, interpretiert sie auf ihre Art.

Das malerische Frühwerk ist in der Ausstellung erstmals im musealen Kontext zu sehen, ebenso wie das wohl letzte Portfolio, das die Künstlerin vor ihrem Tod zusammen gestellt hat. Meschede hat es im Nachlass entdeckt, stellt es in einem Kabinett vollständig aus. Die Motive, so Meschede, seien aus dem (häuslichen) Alltag abgeleitet, auch, wenn sie zum Teil surrealistisch anmuten würden. Immer wieder taucht Schnittlauch auf – auch im Ensemble »Gurken und Tomaten«. Dabei sei der Schnittlauch genau das: Schnittlauch.

Kunst auf Augenhöhe: Das Kindermuseum

Dieses Ensemble werde nach Eröffnung der Ausstellung um echte Gurken und Tomaten ergänzt. Kuratorin Meta Marina Beeck habe zwei Jahre geforscht, um herauszufinden, wie welche Einzelteile zusammen gehören, sich dabei an Fotos orientiert. Zu Lebzeiten, so Meschede, habe Anna Oppermann ihre Ensembles zwar ausstellen, »aber nichts verkaufen können«.

Die Ausstellung »Künstler sein« wird am Freitag, 22. März, um 19 Uhr eröffnet. Zu sehen ist sie bis zum 28. Juli im zweiten Obergeschoss der Kunsthalle.

Die ist mit Jahresbeginn zum ursprünglichen Konzept zurückgekehrt, zeigt im ersten Obergeschoss Werke der Sammlung. Vom 4. April bis zum 30. Juni ist zudem im Foyer »Kunst auf Augenhöhe« zu sehen: »Das Kindermuseum«. Ausgewählte Kinderbildnisse aus der Sammlung hängen dann in Augenhöhe von Kita- und Grundschulkindern.

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