So., 10.03.2019

Bis zu 100 Meter lange Wand entlang der Mindener Straße in Bielefeld möglich Politiker stimmen »Hall of Fame« für Graffiti-Kunst zu

Die Wand soll vor dem Bahndamm entstehen – das ist der Wunsch von Björn Klaus (SPD/von links), Bernd Ackehurst (Grüne) und Michael Gugat (Piraten/Bürgernähe).

Die Wand soll vor dem Bahndamm entstehen – das ist der Wunsch von Björn Klaus (SPD/von links), Bernd Ackehurst (Grüne) und Michael Gugat (Piraten/Bürgernähe). Foto: Oliver Schwabe

Bielefeld (WB/bp). Die »Hall of Fame«, eine legale Möglichkeit für Graffiti-Künstler, ihre Bilder zu sprayen, hat gute Chancen, in absehbarer Zeit Realität zu werden. Der Kulturausschuss beschloss einstimmig den Antrag der Paprika-Koalition, die den Bau einer bis zu 100 Meter langen Wand entlang der Mindener Straße vorschlägt (das WESTFALEN-BLATT berichtete) .

Björn Klaus (SPD) nannte die Mindener Straße (auf Seiten des Bahndamms) einen »Superort«. Graffiti-Kunst sei eine »urbane Möglichkeit, sich künstlerisch auszudrücken«. Mit einbezogen werden soll der Verein »hoch2«. Dorothea Becker (»Bielefelder Mitte«) würde gern noch mehr legale Wände, auch in den Stadtbezirken, haben. Für Barbara Schmidt (Die Linke) war der Antrag »überfällig«, Bernd Ackehurst (Grüne) wollte ihn als »Startschuss« sehen.

Björn Klaus freute sich über das einstimmiges Votum: »Ein tolles Signal in die Szene.« In einer der nächsten Kulturausschuss-Sitzung soll der Verein »hoch2« seine Idee vorstellen.

FDP kritisiert Kulturpolitik

Unterdessen fordert die Bielefelder FDP weiter eine bessere Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und freier Kulturszene. Die im Kulturentwicklungskonzept vorliegenden Vorschläge würden einfach nicht umgesetzt. Anliegen und Ideen von Kulturakteuren blieben so unbeachtet.

Bestes Beispiel sei der Wunsch der Graffiti-Szene nach einer legalen Wand, der jahrelang ignoriert wurde. »Dabei hätte man sicher schon längst über die Stadt verteilt einzelne Wände städtischer Immobilien finden und der Szene zur Verfügung stellen können«, so die kulturpolitische Sprecherin der FDP, Laura von Schubert. »Es darf nicht vom Zufall oder den Vorlieben der Kulturverwaltung abhängen, ob kulturelle Projekte realisiert werden. Zwischen Verwaltung und freier Szene muss endlich systematisch kommuniziert werden, denn viele freie Kulturakteure resignieren bereits.«

 

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