Di., 12.03.2019

Fahrgastverband Pro Bahn bemängelt nur Kinderkrankheiten Gute Noten für den Rhein-Ruhr-Express

Ein Zug der RRX-Flotte im Düsseldorfer Hauptbahnhof: Von dort geht’s Richtung Kassel.

Ein Zug der RRX-Flotte im Düsseldorfer Hauptbahnhof: Von dort geht’s Richtung Kassel. Foto: dpa

Düsseldorf (dpa/WB). Dem neuen Rhein-Ruhr-Express (RRX) ist nach Einschätzung des Fahrgastverbands Pro Bahn NRW ein guter Start gelungen. Die erste Linie des neuen Zugsystems hatte vor rund drei Monaten auf der Strecke von Düsseldorf nach Kassel den Betrieb aufgenommen. »Das ist ein richtig schöner Schritt nach vorne«, sagte ein Sprecher des Fahrgastverbands. Die Fahrgäste seien zufrieden, dass es gerade auf der Strecke nach Kassel nun deutlich mehr Kapazitäten gebe.

Die Doppelzüge bieten insgesamt 800 Sitzplätze – erheblich mehr als bisherige Regionalzüge. Es gebe jedoch »kleinere erwartbare Kinderkrankheiten«, sagte der Sprecher. Dazu zählten Türstörungen und Probleme beim Kuppeln von Zugteilen in Hamm. Insgesamt führe die höhere Geschwindigkeit der Züge aber zu mehr Pünktlichkeit. Der stufenfreie Zugang zu den Unterdecks der Doppelstockwaggons beschleunige das Ein- und Aussteigen in die Züge. Der RE11 von Düsseldorf nach Kassel – der unter anderem auch in Paderborn und Warburg hält – sei aber »nicht die schwierigste Linie. Die kommen erst noch«, sagte der Sprecher.

Insgesamt werden seit Dezember letzten Jahres 15 neue Züge auf der Linie RE11 eingesetzt, davon vier in Reserve. Im Laufe des Jahres wollen die RRX-Betreiber Abellio Rail NRW und National Express Rail auch für den RE5 von Wesel nach Koblenz (ab Juni) und den RE6 zwischen Köln/Bonn Flughafen und Minden (ab Dezember) neue Züge einsetzen.

Höhe der Bahnsteige muss angepasst werden

»Wir freuen uns sehr darauf«, sagte Willi Wächter von Pro Bahn OWL. »Die Züge sind nicht nur von außen sehr ansprechend.« Derzeit investiert die Deutsche Bahn in Ostwestfalen-Lippe knapp 100 Millionen Euro, um die an den RRX angebundenen Bahnhöfe fit zu machen. Dabei geht es vor allem um die Höhe der Bahnsteige, die für den RRX auf 76 Zentimeter angehoben werden müssen. Zuletzt war Spatentisch für den Umbau des Bahnhofes in Bielefeld-Brackwede für etwa 17 Millionen Euro. Gebaut wird außerdem in Minden, Porta Westfalica, Löhne, Herford, Paderborn und Lage-Sylbach.

In Nordrhein-Westfalen werden laut DB Station und Service für den RRX 30 Stationen modernisiert. Hier werden den Angaben zufolge etwa 200 Millionen Euro in die Hand genommen.

Bis der Rhein-Ruhr-Express wie geplant im 15-Minuten-Takt Köln und Dortmund verbindet, werden aber noch Jahre vergehen.

Trotz der Investitionen kritisiert Pro Bahn OWL weiter, dass bislang keine direkte Schnellverbindung von Bielefeld über Lage und Detmold Richtung Kassel geplant ist.

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