Do., 14.03.2019

Verdächtiger weiter nicht vernehmungsfähig Tote Kinder: Vater gesteht Tat am Telefon

Süleyman G. soll vor seinem Suizid-Versuch ein auf Tonband aufgezeichnetes Geständnis hinterlassen haben.

Süleyman G. soll vor seinem Suizid-Versuch ein auf Tonband aufgezeichnetes Geständnis hinterlassen haben. Foto: Hendrik Uffmann

Bielefeld (WB/hz). Im Fall der zwei ermordeten Kinder von der Ziegelstraße spricht immer mehr für die Täterschaft des Vaters Süleyman G. (41).

Zwar schwebt der Türke nach seinem Selbstmordversuch weiter in akuter Lebensgefahr und liegt nicht vernehmungsfähig im künstlichen Koma auf der Intensivstation eines Bielefelder Krankenhauses, heißt es von den Mordermittlern. Doch der Mann habe, nachdem er seinen Sohn (1) und seine Tochter (2) mit Schnitten durch die Kehlen umgebracht hatte , ein auf Band aufgezeichnetes Geständnis hinterlassen.

Wie die ermittelnde Staatsanwältin Claudia Bosse bestätigte, habe Süleyman G. am Telefon gegenüber einem Mitarbeiter der Feuerwehr-Rettungsleitstelle zugegeben, seine Kinder ermordet zu haben. Dieses sei geschehen, als der 41-Jährige gegen 13.15 Uhr am Sonntag von der Tatort-Wohnung an der Ziegelstraße aus einen Notruf abgesetzt habe. Notrufe über die 110 oder 112 werden bei Polizei und Feuerwehr mitgeschnitten und gespeichert.

Motiv bleibt noch unklar

Die Mordermittler gehen davon aus, dass der Einjährige und die Zweijährige beim Notruf bereits tot waren und der Vater sich die Pulsadern aufgeschnitten hatte. Beim Gespräch soll Süleyman G. vom Mord berichtet haben. »Als der Feuerwehrmann am Telefon nachfragte, ob der Vater tatsächlich seine Kinder umgebracht hatte, hat der Tatverdächtige mit einem Ja das Verbrechen bestätigt«, sagte Staatsanwältin Bosse.

Zur Aussage der Ex-Lebensgefährtin des Türken und Mutter der zwei gemeinsamen Kinder bei den Kripoermittlern von der Mordkommission wollte die Staatsanwältin aus Opferschutzgründen keine Details nennen. Letzte Gewissheit, dass die Trennung der Eltern im Februar Auslöser für die Bluttat war, haben die Ermittler nach dem Gespräch mit der Mutter offenbar weiterhin nicht. »Diese Tat ist nicht nachvollziehbar. Das Motiv bekommen wir erst her­aus, wenn wir den Beschuldigten eines Tages befragen können«, sagte Staatsanwältin Bosse.

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