Mi., 13.03.2019

Messerattacke unter verfeindeten Libanesen ist seit mehr als sieben Jahren ungesühnt Bielefelder Bluttat erneut vor Gericht

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Bielefeld (WB/hz). Mehr als sieben Jahre nach einem Mordversuch im Bahnhofsviertel ist das Kapitalverbrechen weiter ungesühnt. Seit dieser Woche wird der Fall von mutmaßlicher Blutrache unter verfeindeten libanesischen Clans wieder vor Gericht verhandelt. Jedoch nicht in Bielefeld, sondern vor einem Schwurgericht in Dortmund. Dorthin hatte der Bundesgerichtshof (BGH) das Verfahren nach erfolgreicher Revision gegen das erste Urteil des Landgerichtes Bielefeld verwiesen.

Mit der BGH-Entscheidung waren mehr als 20 Monate Prozessdauer in Bielefeld von August 2012 bis März 2014 hinfällig geworden. Damals wurde unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen verhandelt. Dutzende Polizisten schützten monatelang im hiesigen Landgericht jeden Prozesstag, um neue Gewalttaten unter den Libanesenclans zu verhindern. Im Jahr 2015 erklärte der BGH das Bielefelder Urteil dann für null und nichtig. Bis zum ersten Prozesstag vor dem Landgericht Dortmund gingen vier weitere Jahre ins Land.

Vor dem dortigen Schwurgericht steht seit dieser Woche – mehr als sieben Jahre nach dem Kapitalverbrechen in Bielefeld – wieder alles auf Anfang. »Es muss neu geprüft werden, ob die Anklage zutrifft«, sagte Thomas Jungkamp, Sprecher des Landgerichtes Dortmund, zum Prozessauftakt.

Ein Vater (63) und sein Sohn (38) müssen sich zum zweiten Mal für die Bluttat vom 8. Februar 2012 auf der Bielefelder Bahnhofsstraße verantworten. Am späten Nachmittag dieses Tages wurde ein zur Tatzeit 61 Jahre alter Libanese beim Freigang aus der Justizvollzugsanstalt Senne mitten unter zahlreichen Passanten auf offener Straße niedergestochen und lebensgefährlich verletzt. Mordermittler stuften das Kapitalverbrechen als Blutrache für ein voran gegangenes Tötungsdelikt im Ruhrgebiet ein. Bei einer Hochzeitsfeier im Juni 2011 wurde der Bräutigam erschossen.

Wegen der blutigen Messerattacke in Bielefeld vor mehr als sieben Jahren startete diese Woche vor dem Landgericht Dortmund ein Mammut-Verfahren. »Es sind bislang bis Ende Januar nächsten Jahres 44 Verhandlungstage angesetzt worden«, sagte Gerichtssprecher Jungkamp.

 

 

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