Fr., 15.03.2019

Schüler gehen in Bielefeld, Paderborn, Gütersloh, Bünde und Espelkamp auf die Straße »Fridays for Future«: Tausende protestieren in OWL

Am Bielefelder Hauptbahnhof haben sich hunderte Schüler versammelt.

Am Bielefelder Hauptbahnhof haben sich hunderte Schüler versammelt. Foto: Oliver Schwabe

Bielefeld/Paderborn/Gütersloh/Espelkamp/Bünde (WB). Weit mehr als zehntausend Schüler, Studierende und Unterstützer haben sich allein in Nordrhein-Westfalen am Welt-Protesttag der Klimaschutzbewegung »Fridays for Future« beteiligt. Auch in fünf OWL-Städten liefen Aktionen.

Espelkamp macht den Auftakt

Etwa 200 Schüler haben sich am Freitagmorgen vor dem Bürgerhaus versammelt, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Initiiert wurde die Aktion von den beiden Söderblomerinnen Chiara Noch und Emma Vienerius. Die Schüler hatten sich am Morgen auf den Weg vom Söderblom-Gymnasium zum Espelkamper Bürgerhaus gemacht.

Die Schüler aus Espelkamp, Lübbecke und Rahden nahmen mit großem Engagement an der Protestaktion »Fridays for Future« teil. Zufrieden mit der Resonanz Chiara Noch und Emma Vienerius zeigten sich mit der Resonanz zufrieden.

Unterstützt wurden die beiden Aktivistinnen am Aktionstag von zehn Mitschülern. Auf den Plakaten stand unter anderem, dass es keine zweite Erde gebe und dass die Dinosaurier bestimmt auch dachten, »sie hätten noch Zeit«. In ihrer Rede, die Chira und Emma von einem Podium aus führten, sprachen sie im Namen der Schüler zu den Passanten und zur Politik: »Wir stehen hier vor euch im Namen der Bewegung Fridays for Future. Gestartet von der Schwedin Greta Thunberg, einer Schülerin in unserem Alter.«

»Was soll unsere Aktion bringen?«, fragten sie und gaben selbst die Antwort: »Jeder kleine Schritt ist ein Schritt in die richtige Richtung. Auch in einer so kleinen Stadt wie Espelkamp. Handelt endlich – damit wir eine Zukunft haben. Schützt das Klima.« Mehrfach brandete Applaus auf, als sie ihren Vortrag hielten.

1200 Demonstranten in Paderborn

1100 Schüler demonstrieren in Paderborn Foto: Jörn Hannemann

Durch die Paderborner Innenstadt sind am Freitagnachmittag gegen 13.45 Uhr 1200 Schüler, Studenten und Unterstützer gezogen. Sie riefen »Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut.«

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Etwa 2500 Schüler in Bielefeld

In Bielefeld streikten etwa 2500 Schüler für eine bessere Zukunft. Vom Bielefelder Hauptbahnhof zogen die Schüler in Richtung Rathaus durch die Stadt. 

Das Motto hieß »Verkehrswende statt Weltende«. Organisatorin Nele Oberbäumer (19) sieht da einen klaren Bezug zu Bielefeld: »Gerade, wo das Thema Verkehrswende in Bielefeld aktuell wird, wollen wir Präsenz zeigen.« 

Gütersloher demonstrieren auf dem Berliner Platz

In der Janusz-Korczak-Gesamtschule entstand der Gedanke zum Klimaschutz-Protest in Gütersloh. Hunderte demonstrieren am Berliner Platz. Der 18-Jährige Schüler Stefan Schneidt hat den Protest gemeinsam mit Motitz-Bernd Lütkefedder (16) in Gütersloh organisiert.

Etwa 500 Schüler versammelten sich. 

Schüler am Berliner Platz in Gütersloh. Foto: Hendrik Fahrenwald

Schneidt war die die ersten Stunden noch zur Schule gegangen. Anschließend ging es für ihn zur Demo. »Wofür sollen wir lernen, mit einer solchen Zukunft vor Augen?«, fragt Schneidt überspitzt. Ein Protest außerhalb der Schulzeit sieht er nicht als Alternative. »Da bekommt die Demonstration nicht so die große Bedeutung.«

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Zwei Aktionen in Bünde

Auch in Bünde haben sich zahlreiche Schüler an Kampagne beteiligt und die Schule geschwänzt. Gegen Mittag zogen gut 200 Jugendliche mit Plakaten und Sprechchören vors Rathaus.

Am Morgen hatte es bereits eine kleinere Demo mit 40 Teilnehmern gegeben. Lautstark forderten Schüler der beiden Bünder Gymnasien und der Gesamtschule ein Umdenken in der Klimapolitik. 

Blick auf NRW

In Köln nahmen trotz regnerischen und kalten Wetters rund 10.000 Menschen an dem Protestzug teil, wie die Polizei bestätigte. In Münster waren es laut Polizei rund 2300. Auch in anderen deutschen Großstädten versammelten sich Hunderte bis Tausende Jugendliche, angekündigt waren Kundgebungen in mehr als 210 Orten bundesweit.

Ein buntes Bild bot sich am Freitag in Düsseldorf: Hier wurde eine Pappmaché-Figur der schwedischen Klima-Aktivistin Greta Thunberg aus dem Rosenmontagszug reaktiviert. 

Düsseldorf: Ein politischer Mottowagen mit der Figur von der schwedischen Aktivistin, Greta Thunberg, rollt vor dem Rosenmontagszug aus einer Halle. Foto: Marcel Kusch/dpa

In Bonn beteiligten sich nach Polizeiangaben rund 2500 Menschen an einer Demonstration. Auch in anderen Städten wie Wuppertal und Dortmund gingen Schüler auf die Straße.

Auf Plakaten in Köln hieß es unter anderem: »Opa, was ist ein Schneemann?« oder »Make the world green again« (Macht die Welt wieder grün). Auf mehreren Schildern ging es auch um den Erhalt des Hambacher Forstes und den Kohle-Stopp.

In Düsseldorf planten die Teilnehmer eine symbolische Sterbe-Aktion, um auf die Gefahren des Klimawandels aufmerksam zu machen. In einem Aufruf warnen sie: »Die Uhr tickt und die Zeit spielt gegen uns. Wir sind die letzte Generation, die noch was retten kann.«

Und weltweit?

Es ist eine Protestwelle für mehr Klimaschutz, und das rund um den Erdball: Hunderttausende Jugendliche demonstrieren in mehr als 100 Staaten unter dem Motto »Fridays for Future« für drastische Schritte gegen die Erderwärmung.

Schwänzen wegen Demos: Welche Konsequenzen drohen Schülern?

Wie mit den streikenden Schülern umgegangen wird, ist dabei von Schule zu Schule verschieden. »Immer wieder bekommen junge Menschen Schuleinträge oder manchmal auch einen Tadel oder eine Sechs«, sagt Luisa Neubauer, Mitinitiatorin Demonstrationen der Deutschen Presse-Agentur. Die Bildungsminister der Länder verweisen in der Diskussion oft auf die Schulpflicht. Mehr lesen Sie hier.

Den Auftakt machten Tausende Schüler in Neuseeland. Allein in dem Pazifikstaat waren gut 30 Demonstrationen geplant. Weltweit sind 1700 Kundgebungen und Schülerstreiks angekündigt, hierzulande rund 200.

Dänemark: Dort haben zahlreiche Schüler am Freitag für mehr Klimaschutz demonstriert. Hunderte junge Menschen und teils auch ihre Eltern kamen anlässlich der internationalen Klimaproteste vor dem Schloss Christiansborg in Kopenhagen zusammen, in dem unter anderem das dänische Parlament sitzt. Auf ihren Protestschildern forderten die Demonstranten, dass Dänemark mehr Verantwortung in der Klimakrise übernehmen solle. »Alle, die hüpfen, wollen eine Zukunft«, riefen sie springend. Wegen der hohen Teilnehmerzahl warnte die Polizei vor Verkehrsproblemen. Insgesamt waren für den Tag Kundgebungen in mindestens 27 dänischen Städten geplant.

Auch in Frankreich sind Tausende Schüler am Freitag für mehr Klimaschutz auf die Straße gegangen. In der Haupstadt Paris folgten mehrere Tausend Menschen dem Aufruf der Klimaschutzbewegung »Fridays for Future« rund um Klimaschutz-Aktivistin Greta Thunberg - sie versammelten sich vor dem Panthéon und marschierten anschließend durch die Stadt. 

Kommentare

... in mehr als 5 Städte in Ostwestfalen-Lippe

Auch in Lemgo waren 300 Schülerinnen und Schüler in der Innenstadt.

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