Fr., 15.03.2019

Hauptbahnhof insgesamt 54 Stunden vom Zugverkehr abgeschnitten Achtung, in Bielefeld fährt kein Zug: Bahnhof am Wochenende gesperrt

Bis Montagmorgen, 4 Uhr, ist Bielefeld vom Bahnverkehr abgekoppelt. Grund sind die Arbeiten an den Bahnbrücken.

Bis Montagmorgen, 4 Uhr, ist Bielefeld vom Bahnverkehr abgekoppelt. Grund sind die Arbeiten an den Bahnbrücken. Foto: Bernhard Pierel

Bielefeld (WB/bp). Der Hauptbahnhof Bielefeld ist seit Freitagabend vom Zugverkehr abgeschnitten. Gegen 22 Uhr begann die Sperrung: Dort halten keine Fernzüge mehr.

Für insgesamt 54 Stunden ist der größten Bahnhof Ostwestfalen-Lippes vom Zugverkehr abgeschnitten. Zehntausende Bahnkunden sind betroffen, auch Fußballfans, die Sonntag zum Heimspiel von Arminia Bielefeld anreisen.

Grund für die Sperrung sind Bauarbeiten an drei Brücken, für die die Personengleise gesperrt werden. Wieder freigegeben werden diese am Montag um 4 Uhr. Mit Zugausfällen oder Verspätungen rechnet die Deutsche Bahn bei der Wiederaufnahme des Verkehrs nicht. »Wir können nicht in die Glaskugel schauen, aber es ist geplant, dass der Verkehr normal anlaufen wird«, sagte eine Bahnsprecherin. Im Nahverkehr sollen Busse die ausgefallenen Züge ersetzen. Im Fernverkehr werden die Züge über die Bahnhöfe Münster, Osnabrück und Löhne umgeleitet.

Bahn gibt Tipps

Fahrgästen, die am Wochenende etwa von Bielefeld nach Berlin wollen, rät die DB, mit dem Bus bis Herford zu fahren und von dort aus mit dem Regionalzug nach Hannover. Wer ins Ruhrgebiet oder darüber hinaus müsse, könne einen Ersatzbus nach Gütersloh nehmen und dort in eine Regionalbahn umsteigen. Verbunden damit sind (inklusive Bus) bis zu vier Umstiege. Versprochen wird, dass jeder Fahrgast an sein Ziel komme, allerdings deutlich später als regulär.

Bereits gebuchte Fernreisen können kostenlos umgebucht oder der Fahrpreis ausgezahlt werden, sofern die Verbindungen von Haltausfällen betroffen sind.

Informationen gibt es unter www.deutschebahn.com , www.baustellenfahrplan-owl.de oder unter der kostenlosen Baustellen-Hotline 0800-0007711.

Hier finden Sie einen Gesamtüberblick über Zugausfälle und Ersatzverkehre.

Helfer wie Hatim Barroudi im Bielefelder Bahnhof informieren Reisende, hier Melina (rechts) und Janice über die bevorstehende Einstellung des Bahnverkehrs. Foto: Bernhard Pierel

Einschränkungen gibt es bereits seit Mittwoch. Ein Bahnsprecher sagte, man gehe davon aus, dass es gelingen werde, das Wochenende ohne Bahnverkehr reibungslos abzuwickeln. Die Bahn habe einen Versorgungsauftrag und kümmere sich mit ihren Regionalpartnern darum, dass Fahrgäste von Bielefeld aus weiter transportiert würden, um ihre Ziele zu erreichen – wenn auch mit mehrfachen Umstiegen.

So dauert die Fahrt nach Dortmund zum Beispiel an diesem Samstag bis zu zwei Stunden (zwei Mal umsteigen), die nach Berlin gut vier Stunden (drei Umstiege). Bereits am Freitag unterstützten Servicemitarbeiter, die in der Bahnhofshalle, im Durchgang zu den Gleisen und an der Joseph-Massolle-Straße (Ersatzbus-Haltestellen) stationiert waren, Fahrgäste, damit die wussten, wann sie mit welchem Verkehrsmittel wohin fahren konnten.

Informationsblätter listen die Strecken auf, die die Ersatzbusse bedienen. Schließlich fahren weder »Ravensberger« noch Haller Willem, weder Senne-Bahn noch Lipperländer.

Joseph-Massolle-Straße: Um den nächsten Bahnanschluss zu erreichen, fahren Ersatzbusse nach Herford oder Gütersloh. Foto: Bernhard Pierel

Manch einer stand am Freitagnachmittag aber auch verblüfft vor der Anzeigetafel in der Bahnhofshalle, auf der bereits angekündigt war, dass der Bahnverkehr um 22 Uhr eingestellt werden würde. Fragen wie: »Und wie soll ich jetzt nach Ahlen kommen?« beantworteten die Servicekräfte.

Läden bleiben geöffnet

Auch, wenn der Hauptbahnhof an diesem Wochenende nicht am Zug ist – die Läden in der Station bleiben geöffnet wie üblich. Thomas Pollmeier, Geschäftsführer von Lechtermann-Pollmeier, sagt, er gehe von »normalen Geschäften« aus: »Wir haben auch Nicht-Reisende als Kunden, die sich bei uns ihre Brötchen, ihren Kaffee holen.« Außerdem: »Auch Menschen, die auf ihren Ersatzbus warten, wollen sich versorgen.« Wie das Wochenende verlaufe, wage er dennoch nicht vorher zu sagen. »Das wäre eher ein Blick in die Kristallkugel.«

An einem Samstag oder Sonntag halbiere sich die Zahl der Reisenden im Vergleich zu den Werktagen, so die Bahn: Somit seien wohl rund 40.000 betroffen.

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