Sa., 16.03.2019

Tote Kinder: Mutter suchte vor Bluttat wegen aggressiven Ex-Partners Hilfe bei Polizei Vater drohte mehrfach mit Mord

Süleyman G. (41) soll seine Kinder ermordet haben.

Süleyman G. (41) soll seine Kinder ermordet haben.

Von Jens Heinze

Bielefeld (WB). Gegen Süleyman G. (41), der am vergangenen Sonntag in Bielefeld seine beiden Kleinkinder ermordet haben soll, werden neue Vorwürfe erhoben.

Aus dem Umfeld des türkischen Tatverdächtigen heißt es, dass der Mann vor der Bluttat wiederholt seiner damaligen Lebensgefährtin und Mutter der zwei gemeinsamen Kinder mit dem  Mord an Sohn (1) und Tochter (2) gedroht haben soll.

So soll der Kellner eines türkischen Restaurants die 27-jährige Frau um 500 Euro erpresst haben, die Freunde anlässlich der Geburt des Sohnes vor gut einem Jahr gesammelt hatten. Hintergrund soll die Glücksspiel- und Alkoholsucht des 41-Jährigen gewesen sein. Wenn die Mutter ihm das Geld nicht gebe, werde er die Kinder töten, soll Süleyman G. gesagt haben. In der Folgezeit bis zur Trennung des deutsch-türkischen Paares im vergangenen Monat soll der Türke derartige Morddrohungen mehrfach wiederholt haben.

Nicht als Gewalttäter bekannt

Staatsanwaltschaft und Polizei Bielefeld – beide Behörden ermitteln wegen zweifachen Kindesmordes gegen den Türken – gaben keine Stellungnahme zu den neuen Vorwürfen gegen den Tatverdächtigen ab. Allerdings bestätigte Polizeisprecherin Sonja Rehmert,  dass die Mutter im Januar wegen der bevorstehenden Trennung vom 41-Jährigen Hilfe bei der Polizei Bielefeld gesucht hatte. Weil sie die Aggression des Mannes fürchtete, habe sie sich von einem Fachmann für häusliche Gewalt beraten lassen.

Im persönlichen Gespräch bei der Polizei hätten sich aber weder Anhaltspunkte für zurückliegende Straftaten des Türken gegen die Mutter oder die Kinder noch Anhaltspunkte für akute Gefahren ergeben, die Sofortmaßnahmen notwendig gemacht hätten. Die Mutter sei umfassend beraten und für eine zukünftige Kontaktaufnahme mit der Polizei sensibilisiert worden, sagte die Sprecherin. Den Angaben der Mordermittler zufolge war Süleyman G. bis zur Bluttat nicht als Gewalttäter bekannt.

Wie berichtet, unternahm der 41-Jährige nach dem Tod seiner zwei Kinder in der Wohnung der Ex-Partnerin an der Bielefelder Ziegelstraße einen Selbstmordversuch. Der Mann wurde gerettet, weil er in letzter Minute einen Notruf zur Feuerwehr absetzte. Süleyman G. schwebt den Angaben der Ermittler zufolge nach wie vor in akuter Lebensgefahr und liegt im künstlichen Koma.

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