So., 17.03.2019

Kult-Kicker Mario Basler erzählt im Lokschuppen aus seiner aktiven Zeit Verbales Ballgeschiebe

Mit Anekdoten aus der »guten, alten Fußballzeit« ist Mario Basler auf Solo-Tournee, gastierte auch im Lokschuppen.

Mit Anekdoten aus der »guten, alten Fußballzeit« ist Mario Basler auf Solo-Tournee, gastierte auch im Lokschuppen. Foto: Bernhard Pierel

Von Heinz Stelte

Bielefeld (WB). Nach 262 Bundesligaspielen, 30 Länderspielen und sechs Trainerstationen wechselt Kult-Kicker Mario Basler mit »Basler ballert« vom Stadion auf die Bühne, spricht in seiner ersten Live-Show hauptsächlich über sich selbst und die »gute, alte Zeit« – am Samstag im ausverkauften Lokschuppen in Bielefeld. Ein Spielbericht.

Die Aufstellung

Mario ist sich selbst genug. Er musste ja früher sowieso nur seine Mitspieler mit durchziehen. Dann lieber gleich alles selbst machen. »Sind Arminen-Spieler im Saal?« Nein, sind es nicht. Ist auch besser für die DSC-Kicker. Denn auf die Fußballer von heute ist Mario Basler nicht gut zu sprechen. »Das, was die heute machen, mache ich noch mit 2,0 Promille.« Also bleibt es logischerweise bei der One-Man-Show. Sein Motto: »Mich interessiert nicht, wer spielt. Hauptsache, ich spiele.« So war’s, so bleibt’s.

Die Taktik

»Flach spielen, hoch gewinnen« – dieser alte Trainerspruch greift nicht immer. Manchmal führt »flach spielen« eben nicht zum Erfolg. Zum Beispiel dann, wenn die Spielweise eine Mischung ist aus ein paar aufgewärmten Anekdoten, (überzeugter oder gespielter) Selbstbeweihräucherung, nostalgischer Verklärung und Gegenwartsverteufelung. Dann bleibt flach eben flach, man könnte auch sagen: müdes Gekicke.

Der Spielverlauf

Zwei sportliche Halbzeiten, lautete das Versprechen. Mario legt gleich flott los, vom Anstoß weg ins Champions-League-Finale 1999, Bayern München gegen Manchester United. Genauer gesagt: in die Nacht davor. Die verbringt Basler an der Hotelbar. Macht trotzdem das 1:0. Und steht bis zur 89. Minute auf dem Platz. Da steht es immer noch 1:0. »Ich bin Champions-League-Sieger,« grinst Basler. Am Ende heißt es 1:2. Die »Anderen« haben das Spiel verloren. Die »Anderen« haben ja auch schon um 23 Uhr nüchtern in ihren Betten gelegen. Nach dem flotten Beginn viel Ballgeschiebe: ein paar Schmonzetten aus der Zeit in Bremen, bei den Bayern – Bier, Frauen, Tabak und der ein oder andere nicht ganz so helle Mitspieler, der durch den Kakao gezogen wird.

In der zweiten Hälfte nimmt das Tempo beim Frage-und-Antwort-Spiel weiter ab, wieder verbales Ballgeschiebe, humoristische Rückpässe, ein kurzer Ausflug in die Gegenwart (»Thomas Müller, der kann nix. Der ist bei der WM 2010 fünf Mal angeschossen worden, das wars«), dann ertönt pünktlich der Schlusspfiff, beinahe herbeigesehnt.

Die Fans

Wohl eher Publikum zu nennen. 750 an der Zahl, ausverkauftes Haus. »Soviel sind noch nie gekommen,« freut es den »Super-Mario«. Vornehmlich Männer, manche Frau musste/sollte/wollte mit. Die meisten kennen ihn noch als Aktiven. Eine Zugabe, eine Verlängerung wollen sie nicht.

Das Endergebnis

»Das Beste aus den Möglichkeiten gemacht,« würde der Trainer eines Teams in unteren Tabellenregionen wohl sagen. Kein Feuerwerk, eher Hausmannskost. Basler wird auf der Bühne keine Champions League spielen, vielleicht nicht mal Bundesliga. Aber zu manchem Oberliga-Spiel kommen ja auch 750 zahlende Besucher.

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