So., 24.03.2019

Die Notfalldose kann Leben retten Ab in den Kühlschrank!

Zwischen Joghurt und Butter bestens aufgehoben: die Notfalldose an ihrem Standort im Kühlschrank.

Zwischen Joghurt und Butter bestens aufgehoben: die Notfalldose an ihrem Standort im Kühlschrank. Foto: Apothekerkammer

Von Michael Schläger

Bielefeld (WB). Stadt und Bielefeld Marketing starten eine Kampagne zur weiteren Verbreitung der Notfalldose. Das kleine Plastikgefäß kann zum Lebensretter werden.

Was ist die Notfalldose?

In die Dose kommt ein Formular, das wichtige Informationen zum Gesundheitszustand aller Personen liefert, die in einem Haushalt leben. In dem Formular können Angaben zu chronischen Erkrankungen und Allergien gemacht werden. Gefragt wird auch nach der regelmäßigen Einnahme von Medikamenten. Die Retter erfahren im Notfall auf diese Weise sofort, ob es sich um einen Diabetiker oder Bluthochdruck-Patienten handelt. Für jedes Familienmitglied kann ein eigenes Exem­plar ausgefüllt werden.

Warum gehört die Notfalldose in den Kühlschrank?

Der Kühlschrank ist ein Ort in der Wohnung, den die Retter problemlos finden. Sie wissen, dass dort die Dose positioniert werden soll – am besten in der Kühlschranktür. Mitgeliefert werden außerdem Aufkleber, die am Wohnungseingang (vor oder hinter der Haustür) angebracht werden sollten. Ein zusätzlicher Hinweis.

 

Für wen ist die Notfalldose gedacht?

Sie eignet sich für alle. Aber speziell ältere Menschen und Alleinstehende könnten von ihr profitieren. Im Notfall sind auch Angehörige oft in einer Stress-Situation, können Fragen der Helfer nicht beantworten. In diesem Fall können die Infos aus der Dose ebenfalls hilfreich sein.

 

Welche Vorteile bringt die Notfalldose?

Ganz einfach: Sie ist nicht auf Strom, Akku oder Batterie angewiesen. Sie »funktioniert« immer. Das ist auch ein Vorteil gegenüber einschlägigen Smartphone-Apps. Ist dort der Akku leer, gibt’s im Notfall auch keine Informationen.

 

Wo gibt es die Dose?

Die Notfalldose ist in Bielefelder Apotheken erhältlich. Die Apothekerkammer Westfalen-Lippe hat sich bereit erklärt, für die Verbreitung zu sorgen. Unterstützt wird sie vom Arzneimittelgroßhändler Noweda.

 

Wie viel kostet die Notfalldose?

Die Erstausstattung der Apotheken erfolgte kostenlos. Die Dosen wurden gegen eine kleine Spende abgegeben. Jetzt sind zwei Euro fällig – ein Selbstkostenpreis.

 

Was ist in Bielefeld noch geplant?

Angeboten werden soll die Dose außerdem am Info-Schalter im Neuen Rathaus und an der Information im Haus der Gesundheit an der Nikolaus-Dürkopp-Straße 5-9. Auch die Tourist-Information von Bielefeld Marketing am Niederwall wird die Dose anbieten.

 

Wie soll das Konzept bekannter gemacht werden?

Von der CDU im Hauptausschuss gab es Kritik an der Verwaltung. Sie verzögere die Vermarktungskampagne. Jetzt sollen Plakate und Infozettel gedruckt werden, um die Verbreitung der Notfalldose weiter zu erhöhen.

 

Wie wird die Notfalldose angenommen?

Die Akzeptanz steigt – langsam, aber stetig. Auch Sportvereine wie die TG Schildesche setzen sich inzwischen für die Verbreitung ein. Der Seniorenrat, die Interessenvertretung der Bielefelder über 60 Jahre, begrüßt die Notfalldose ausdrücklich.

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