Mi., 27.03.2019

Der Kesselbrink als Großspielplatz Gelb, groß und Ende April endlich nutzbar

Aufwändige Installation: Jochen Ridder bohrt Löcher, um das Großspielgerät sicher verankern zu können.

Aufwändige Installation: Jochen Ridder bohrt Löcher, um das Großspielgerät sicher verankern zu können. Foto: Bernhard Pierel

Von Burgit Hörttrich

Bielefeld (WB). 2012 wurde der Kesselbrink nach seinem 12,4 Millionen Euro teuren Umbau eingeweiht. Fertig war er da aber noch lange nicht. Jetzt entsteht ein Großspielplatz.

Es ist die vorerst letzte Nachbesserung: Derzeit werden zuerst ein Großspielgerät und dann eine Calisthenics-Anlage installiert – eine Art Mucki-Bude unter freiem Himmel. Sie entstehen dort, wo sich eine große Rasenfläche nicht bewährt hat.

Das Großspielgerät ist eine Sonderanfertigung mit Kletternetz, Schaukeln, Rutschen und Pendelsitzen und bis zu 2,90 Meter hoch. Ende April soll die gesamte Anlage eingeweiht werden, berichtet Heide Wißmann-Wahsner vom städtischen Umweltbetrieb. Wenn das Großspielgerät sicher steht, der Fallschutz verlegt ist, folgt die Street-Workout-Sportanlage mit Geräten, die sich für Übungen wie Liegestütz, Klimmzug, Kniebeuge, Handstand und – für Fortgeschrittene – die menschliche Flagge eignen.

Nachzügler in der Region

In Sachen Calisthenics ist Bielefeld ein Nachzügler in der Region: Paderborn, Delbrück, Herford, Lemgo, Vlotho, Steinhagen, Gütersloh, Lippstadt und Lemgo haben bereits derartige Anlagen. Auch in Bielefeld soll es rund 1000 Aktive geben. Die Initiative »Cali 16« hatte Anfang Februar im Bürgerausschuss eine Unterschriftenliste eingereicht, verbunden mit der Forderung nach weiteren Anlagen, etwa auf der »Bultkampmeile« in Schildesche oder im Ost-West-Grünzug in Sennestadt.

Das künftige Geräte-Angebot auf dem Kesselbrink sei nur ein Anfang. Calisthenics boomt seit etwa zehn Jahren weltweit – auch, weil das Training, anders als im Sportstudio, in der Regel kostenlos ist.

Alles andere als kostenlos dagegen waren die Nachbesserungen auf dem Kesselbrink.

Der Rasen der ersten Generation verkümmerte schnell und musste ausgetauscht werden. Neuer Rasen wuchs nicht an. Die Folge war ein Rechtsstreit zwischen Stadt und ausführender Firma. Dazu kam die Vermüllung, die zusätzliche Abfallbehälter und häufigere Reinigungen erforderlich machten. Die Stadt verstärkte Kontrollen. Das Restaurant, das mit Einweihung des Kesselbrinks im Grünen Würfel eröffnet hatte, scheiterte, mit dem »Noori« wurde ein neues Lokal gefunden. Geklagt wurde auch über Zerstörungswut, etwa bei den Toilettenanlagen. Aus Sicherheitsgründen wurden an der Skater- und BMX-Anlage Geländer installiert.

Ein Jahr Verspätung

Weil für das Problem mit dem Rasen keine dauerhafte Lösung gefunden wurde, schlug der Umweltbetrieb die Umwandlung in eine Fläche für Aktivitäten vor, die Politik stimmte zu. Die Kosten: 895.000 Euro. 195.000 Euro davon zahlt die Stadt, das Gros sind Fördermittel.

Eigentlich sollte das Großspielgerät vor einem Jahr stehen, aber es kam unter anderem zu Lieferproblemen. Schließlich ist es eine Maßanfertigung. Das gelbe Stahlrohrgestell trägt die diversen Kletter- und Hangelelemente.

Noch ist der Bereich von einem provisorischen Zaun umschlossen. Und das, so der Umweltbetrieb der Stadt, soll auch so bleiben: »Bis alles hundertprozentig fertig ist.«

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