Mi., 27.03.2019

Rückkehr nach Bielefeld: Geschäftsführerin tritt ihre Stelle im Stenner-Kunstforum an – mit Video Christiane Heuwinkel: »Das ist wohl Schicksal«

Fast nahtloser Übergang von Wolfsburg nach Bielefeld: Christiane Heuwinkel sitzt hier noch in der Schau zum 25-jährigen Jubiläum des Kunstmuseums in der Autostadt, ist ab 1. April im Stenner-Museum tätig.

Fast nahtloser Übergang von Wolfsburg nach Bielefeld: Christiane Heuwinkel sitzt hier noch in der Schau zum 25-jährigen Jubiläum des Kunstmuseums in der Autostadt, ist ab 1. April im Stenner-Museum tätig.

Von Burgit Hörttrich

Bielefeld (WB). Fast nahtlos ist er, der Übergang zwischen der Tätigkeit als Leiterin Kommunikation und Bildung beim Kunstmuseum Wolfsburg und – ab 1. April – künstlerische Leiterin und Geschäftsführerin des Kunstforums Hermann Stenner in Bielefeld.

Christiane Heuwinkel sorgte am Wochenende noch dafür, dass die Eröffnung der Jubiläumsausstellung des Kunstmuseums Wolfsburg »Now Is The Time« problemlos über die Bühne ging, bevor sie dauerhaft zurückzog in ihre Bielefelder Wohnung, die sie nie aufgegeben hat.

Die 57-Jährige, bereits 2013 mit dem Bielefelder Kulturpreis für ihr Engagement in der Friedrich Wilhelm Murnau Gesellschaft ausgezeichnet, sagt, dass Bielefeld ihre Heimatstadt sei – obwohl sie gebürtige Detmolderin ist. Christiane Heuwinkel: »Ich habe seit 2014 in Wolfsburg gearbeitet, aber in Bielefeld gelebt – an fast allen Wochenenden.« Dabei, betont sie, sei das Kunstmuseum Wolfsburg für sie immer ein »hochattraktiver Arbeitsort« gewesen: »Die Größe des Hauses, das Team, die Architektur, die erlaubte, mit jeder Ausstellung eine neue Welt zu erfinden.« Dass sie eines Tages nach Bielefeld zurück ziehen wollte, das habe für sie immer festgestanden: »Dass sich jetzt für mich eine so tolle berufliche Möglichkeit bietet, das ist wohl Schicksal.«

Tätigkeit in der Kunsthalle bis 2014

Christiane Heuwinkel hat in Bielefeld studiert, war von 1993 bis 2014 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Kunsthalle tätig, seit 2005 zuständig für Bildung und Kommunikation. Deshalb ist sie mit dem Künstler Hermann Stenner auch schon seit vielen Jahren vertraut: »Seit den frühen 1990er Jahren. Damals gab es eine Stenner-Ausstellung in der Kunsthalle und ich habe noch als freie Mitarbeiterin dort Führungen gemacht.« Sie habe den Maler und dessen umfangreiches Werk immer »hochinteressant« gefunden, habe noch mehr erfahren, als sie Sammler und Leihgeber Prof. Dr. Hermann Josef Bunte für den Einführungsfilm der Kunsthallen-Ausstellung »Glück in der Kunst« 2003 interviewt habe. Bunte sei es auch gewesen, der sie gefragt habe, ob sie sich vorstellen könne, für das Kunstforum zu arbeiten.

Sie sei begeistert von dem, was nach dem Umbau aus der Villa Weber, der ehemaligen Handwerkskammer, geworden sei: »Ein Zusammenspiel von Kabinetten und Salons – Besucher können, wenn sie wollen, auch mal mit der Kunst allein für sich sein und sie genießen.«

»Haus mit vielen Möglichkeiten«

Es seien im Anschluss an die Eröffnungsausstellung »Hermann Stenner und seine Zeit« zwei weitere Ausstellungen in Planung. Christiane Heuwinkel will noch nicht alles verraten, sagt aber, nach der »kompakten Hängung« der aktuellen Schau sei als Nächstes eine Ausstellung von Skulpturen und Bildhauerzeichnungen vorgesehen, die dazu beitragen soll, die Räume des Museums neu zu erleben, zu zeigen, was dort alles möglich ist.

Stenner selbst (»Er hat für die Malerei gebrannt«) solle stets mit unterschiedlichen Schwerpunkten präsent bleiben. Christiane Heuwinkel: »Es wäre Unsinn, auf Werke aus der Sammlung Bunte zu verzichten, wenn man sie doch zur Verfügung hat. Diese Sammlung ist schließlich Fundus und Existenzgrundlage des Museums.«

Noch stehe das Kunstforum am Anfang, sei sozusagen ein Museum-Start-up: »Alles ist ein erstes Mal, Abläufe müssen Routine werden.« Der ausgebaute Dachboden des Hauses solle für pädagogische Aufgaben genutzt werden (»Erste Schülerführungen haben schon stattgefunden«), aber auch für Veranstaltungen; zum Beispiel Lesungen seien vorstellbar.

Begeistert sei sie von dem zukunftsweisenden Konzept des Ortwin Goldbeck-Forums mit Stenner-Museum und der Founders Foundation im Neubau. Christiane Heuwinkel: »Ich habe den Wunsch, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen, verspüre eine große Aufgeschlossenheit für neue Dinge – eben auch die Kunst.«

Sie werde weiter das Ziel verfolgen, ein gemeinsames Ticket für Kunstforum Hermann Stenner, Kunsthalle und Kunstverein (Museum Waldhof) zu schaffen, um, so Christiane Heuwinkel, »das Kunst-Dreieck am Anfang der Altstadt mit Leben zu füllen.

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