Do., 28.03.2019

Weltneuheit gewinnt bei Pro-Sieben-Show 100.000 Euro »Das Ding des Jahres« kommt aus Bielefeld

Die glücklichen Gewinner im Kreise der Jury der Pro-Sieben-Show; von links: Hans-Jürgen Moog, Lea-Sophie Cramer, Moderatorin Janin Ullmann, Andreas Neitzel, Eduard Wiebe, Joko Winterscheidt und Lena Gercke.

Die glücklichen Gewinner im Kreise der Jury der Pro-Sieben-Show; von links: Hans-Jürgen Moog, Lea-Sophie Cramer, Moderatorin Janin Ullmann, Andreas Neitzel, Eduard Wiebe, Joko Winterscheidt und Lena Gercke. Foto: Willi Weber/Pro Sieben

Von Arndt Wienböker

Bielefeld (WB). »Das Ding des Jahres« kommt aus Bielefeld. Der »Rollikup« rollte im Live-Finale der gleichnamigen Pro-Sieben-Show der Konkurrenz davon. Die 100.000 Euro Siegprämie gehen, wie berichtet, an die beiden Erfinder Andreas Neitzel (53) und Eduard Wiebe (45).

Entsprechend groß ist die Freude bei den »Rollikup-Machern« von der zur Bielefelder Lebenshilfe gehörenden Inklusionsfirma »Teuto InServ«. Nach einer schlaflosen Nacht in Köln können es Andreas Neitzel und Eduard Wiebe, die selbst nicht im Rollstuhl sitzen, immer noch nicht richtig fassen: »Unbeschreiblich!«

Dass ihr »Rollikup«, das weltweit erste Kupplungssystem für Rollstuhl-Anhänger, derart durchstarten wird – damit hatten die beiden Erfinder aus Bielefeld nicht gerechnet. »Jeder hätte es verdient gehabt, zu gewinnen«, sagt Neitzel. Im Finale der sechs besten Erfindungen konnte es aber nur einen geben. Und das war am Ende der »Rollikup«, der mit überwältigender Mehrheit zum Gewinner gekürt wurde. 41 Prozent der Fernsehzuschauer stimmten per Telefon- und SMS-Voting für den »Rollikup«.

Neid oder etwa Missgunst habe es nie gegeben

Auf Platz zwei der Pro-Sieben-Show, bei der in sechs Staffeln insgesamt 56 Erfindungen vorgestellt wurden, landete die »Kochblume«, ein Überkochschutz für Töpfe, mit 15 Prozent der Stimmen. »Als wir den Balken mit den Abstimmungsergebnissen gesehen haben, konnten wir es nicht glauben«, sagt Eduard Wiebe. Neid oder etwa Missgunst unter den Erfindern sei nie aufgekommen. Im Gegenteil. »Das war ein tolles Miteinander. Es herrschte insgesamt eine Wohlfühl-Atmosphäre, obwohl alle sehr angespannt waren.«

Um ihre Erfindung zu sichern, haben die Bielefelder Gebrauchsmusterschutz, eine Art Vorstufe zum Patent, angemeldet. Nun geht es darum, die Erfindung, dank der Rollifahrer Anhänger jeder Art und ohne fremde Hilfe an ihrem Rollstuhl befestigen können, weiterzuentwickeln. Wiebe: »Wir haben sehr viele Anfragen bekommen, auch von Elektro-Rolli-Fahrern. Wir werden daran arbeiten, auch individuelle Lösungen zu finden.« Ziel sei es immer, einen Mehrwert für Rollstuhlfahrer zu schaffen, »damit sie selbstbestimmend den Alltag meistern können«.

Auch die vierköpfige Jury mit Moderator und Gründer Joko Winterscheidt, Top-Model Lena Gercke, Amorelie-Geschäftsführerin Lea-Sophie Cramer und Rewe-Einkaufschef Hans-Jürgen Moog hatte die Erfindung aus Bielefeld vor dem Finale der »Top 6« zum Favoriten erklärt. Ihre einhellige Meinung: »Der Rollikup macht den Menschen, die auf ihn angewiesen sind, das Leben leichter!«

»100.000 Euro Siegprämie werden in den Betrieb investiert«

Während der After-Show-Party wurde dann kräftig gefeiert, danach wurde im Hotel mit den anderen Erfindern weiter gefachsimpelt. »Ich bin nicht zur Ruhe gekommen. Das war echtes Kopfkino«, sagt Andreas Neitzel, Geschäftsführer von »Teuto InServ«.

Nach der Aufregung der vergangenen Tage wollen er und sein Kompagnon nun erst einmal »ein bisschen runterkommen. Wir müssen das alles verarbeiten und etwas Abstand gewinnen, denn die letzten Tage waren auch sehr anstrengend.«

Anstrengend dürfte es auch weitergehen, aber im positiven Sinne. »Die 100.000 Euro Siegprämie werden in den Betrieb investiert«, versichert Andreas Neitzel. Eduard Wiebe fügt hinzu: »Wir dürfen jetzt nicht stehenbleiben. Es muss weitergehen.«

Das Interesse und die Nachfrage am »Rollikup« ist durch die Sendung enorm gestiegen. Kritik in sozialen Medien bezüglich des Preises von 399 Euro ficht Eduard Wiebe nicht an: »Das sind Leute, die keine Ahnung haben. Von Rollifahrern haben wir nur positives Feedback bekommen.«

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