Sa., 30.03.2019

IG Metall beklagt: Hiro-Mitarbeiter erhalten 25 Prozent weniger als der Tariflohn – Unbefristeter Streik droht Nicht genug Geld für die Belegschaft?

Schon im Dezember forderten Hiro-Mitarbeiter bei einem Warnstreik eine Anhebung ihrer Löhne.

Schon im Dezember forderten Hiro-Mitarbeiter bei einem Warnstreik eine Anhebung ihrer Löhne. Foto: Volker Zeiger/Archiv

Von Bernhard Hertlein

Bielefeld  (WB). Etwa 170 von 300 Beschäftigten des führenden Treppenlift-Herstellers Hiro haben ihren Arbeitsplatz in Bielefeld. Im Februar wurden sie auf einer Betriebsversammlung darüber informiert, dass ihr Arbeitgeber Partner von Arminia Bielefeld geworden sei und nun eine eigene Loge im Stadion habe.

»Das hat den Kessel zum Überlaufen gebracht«, erklärte jetzt Oguz Önal, Pressesprecher der IG Metall in der Region Bielefeld. Schließlich weigere sich Hiro zur gleichen Zeit, als es Sponsor bei Arminia wurde, die Löhne der Beschäftigten anzuheben. Sie seien inzwischen auf ein Niveau von 25 Prozent unter Tariflohn gesunken. Zudem müssten die Arbeitnehmer bei Hiro länger arbeiten und auf Weihnachtsgeld verzichten.

Angesichts der alternden Gesellschaft in Deutschland steige die Nachfrage nach Treppenliften. Trotzdem investiere Hiro zu wenig. Auf Gesprächsangebote der Gewerkschaft gingen die geschäftsführenden Gesellschafter nicht ernsthaft ein. Dutzende von E-Mails seien einfach unbeantwortet geblieben. Deshalb sei es seit Dezember bereits zu zwei kurzen Warnstreiks gekommen.

Kein unbefristeter Streik in 40 Jahren

Da sich an der Verweigerungshaltung der Firmenleitung nichts ändere, erwäge die IG Metall nun eine Urabstimmung und unbefristeten Streik bei Hiro. Es wäre der erste im Tarifgebiet Bielefeld seit mehr als 40 Jahren. Der Vorschlag werde derzeit vom Bundesvorstand der Gewerkschaft in Frankfurt geprüft. Die Hiro-Firmenleitung war am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Hiro ist 1897 gegründet worden. Unter dem Ingenieur Wilfried Hein spezialisierte sich das Unternehmen ab 1977 auf Seniorenlifte und Behindertenaufzüge. Bei Treppenliften für Gehbehinderte rangiert Hiro im deutschen Markt auf Platz 1. Außerdem produziert die Firma klassische Personenaufzüge sowie sogenannte Homelifte. Letztere sollen sich samt Schacht ohne große bauliche Maßnahmen nachträglich in und an bestehenden Gebäuden installieren lassen.

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