Mi., 03.04.2019

CDU stimmt dagegen und fordert Gesamtkonzept – Freude bei SPD und Grünen Ja zum »Jahnplatz der Zukunft«

Gilt bei der politischen Mehrheit als breit akzeptierte Maßnahme: die Abbindung des Niederwalls.

Gilt bei der politischen Mehrheit als breit akzeptierte Maßnahme: die Abbindung des Niederwalls. Foto: Bernhard Pierel

Von Burgit Hörttrich

Bielefeld (WB). Gegen die Stimmen von CDU und »Bielefelder Mitte« bei einer Enthaltung (Linke) hat der Stadtentwicklungsausschuss des Bielefelder Rates am Dienstagabend die Jahnplatz-Vorplanung beschlossen.

Das bedeutet, das das Grundgerüst für den Jahnplatz der Zukunft steht: eine Autofahrspur pro Richtung, eine Spur für Busse pro Richtung, separate Wartebereiche, Radwege und Gehsteige und einem auch in Zukunft abgetrennten Niederwall. Die Abbindung, darin sind sich Dezernent Gregor Moss und Jens Julkowski-Keppler (Grüne) einig, finde inzwischen auch bei denen Zustimmung, die zunächst skeptisch waren. Julkowski-Keppler: »Der Abschnitt muss natürlich neu gestaltet werden, um echte Aufenthaltsqualität zu bekommen.«

»Tag der Freude«

Es sei für ihn ein »Tag der Freude«, dass die Vorplanung beschlossen sei. Die »Kassandra-Rufe« seien inzwischen verstummt. Hans-Jürgen Franz (SPD) sieht in den Planungen eine Chance für städtebauliche Verbesserungen: »Wir haben lange Klage geführt, jetzt muss es gut werden.« Ralf Nettelstroth und Holger Nolte (beide CDU) forderten erneut ein ganzheitliches Konzept, denn »rechts und links vom Jahnplatz herrscht Verkehrschaos«.

Weil der Zeitdruck groß ist – Mitte 2022 muss der Umbau abgeschlossen sein, sonst verfallen die Mittel in Höhe von 18 Millionen Euro, die von Bund und Land kommen – fühlt sich Nettelstroth als ein »Gejagter«. »Falsch«, meinte Franz: »Der Zeitdruck sorgt endlich für Bewegung.«

Die Paprika-Koalitionäre mit SPD, Grünen, Bürgernähe/Piraten, so der Vorwurf der CDU, siedelten »erzieherische Aspekte, nämlich den Autoverkehr zu »verdrängen«, höher an als die »Leistungsfähigkeit des gesamten Verkehrssystems«. Julkowski-Keppler wiederum warf der CDU vor, nichts tun zu wollen in der Hoffnung, dann erledigten sich alle Probleme von selbst: »Gedanken über Lösungen machen Sie sich nicht.«

Baubeginn im Oktober 2020

Baubeginn soll, nach Abschluss aller Detailplanungen und der vergabe der Arbeiten, im Oktober 2020 sein. Mit berücksichtigt werde auch die Idee, aus dem Jahnplatz-Forum ein unterirdisches Fahrradparkhaus zu machen, sagte Moss. Man führe Gespräche mit dem Eigentümer. Bei der Umgestaltung sollten aber zum Beispiel heutige Zugänge zum Forum, die man später nicht mehr benötige, geschlossen werden. Zuschüsse für ein solches Fahrradparkhaus gebe es aber (zunächst) nicht.

Die politische Debatte um die Jahnplatz-Umgestaltung ist damit noch lange nicht abgeschlossen: Am 9. April steht im Bürgerausschuss der Antrag eines Bielefelders auf der Tagesordnung: nämlich den Jahnplatz »dauerhaft für Autos zu sperren« .

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