Do., 04.04.2019

Klärschlammverbrennung in Bielefeld: Anlieferung nur montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr Nachbarschaft mischt sich ein

Von Burgit Hörttrich

Bielefeld  (WB). Nicht gegen die Errichtung einer Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage auf dem Gelände der MVA sei die Projektkonferenz Baumheide. Aber man wolle sich rechtzeitig einmischen, betonen Gertrud Imorde-Holland und Michael Seibt, um Nachteile für das Quartier zu verhindern.

Als Vertreter der Projektkonferenz waren beide bei Oberbürgermeister Pit Clausen, der Verständnis dafür zeigte, dass eine solche Anlage »verträglich und akzeptabel« für die Nachbarschaft sein müsse.

Genehmigung wird im Herbst erwartet

Ab 2023 dürfen Klärschlämme nicht mehr auf Äckern und Feldern entsorgt werden; auch das Ende der Verbrennung der Schlämme in Kohlekraftwerken ist absehbar. Deshalb hat die MVA Bielefeld-Herford GmbH einen Genehmigungsantrag zur Errichtung einer Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage bei der Bezirksregierung in Detmold eingereicht.

Die Anlage soll auf dem Gelände am Schelpmilser Weg entstehen und sieht eine Verbrennung von bis zu 35.000 Tonnen Klärschlamm in getrocknetem Zustand vor. Eine Entscheidung über den Genehmigungsantrag wird im Herbst erwartet. Gibt es ein Ja aus Detmold, will sich die MVA bei der Klärschlammkooperation OWL, in der sich 70 Kommunen und kommunale Betriebe zusammengeschlossen haben, um den Auftrag bewerben. Clausen: »Die MVA ist am weitesten mit den Vorbereitungen und die einzige, die konkrete Planungen vorlegen kann.« Auf jeden Fall solle eine »Lösung aus einer Hand« gefunden werden. Clausen: »Je größer die Anlage ist, umso mehr rechnet sie sich. Und umso weniger werden Einwohner mit höheren Abwassergebühren belastet.«

Anlage soll 2023 fertiggestellt sein

Seibt und Imorde-Holland halten die Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage auch für »ökologisch sinnvoll«, wollen aber, dass die Entwicklung Baumheides durch sie nicht negativ beeinflusst wird. Seibt: »Der Stadtteil bekommt aus Mitteln der Städtebauförderung 27 Millionen Euro. Mit diesem Geld wird das Quartier spürbar aufgewertet, städtebauliche Defizite werden beseitigt.«

Die Projektkonferenz fordert eine Klärschlammanlieferung ausschließlich in geschlossenen Behältern, um Geruchsbelästigungen zu vermeiden. Die Anlieferung – die Rede ist von 30 zusätzlichen Lkw täglich – solle ausschließlich über die Eckendorfer Straße und nur montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr erfolgen. Außerdem müsse die MVA trotz der geplanten Anlage mit seinen 20 Metern Höhe in den heutigen Grundstücksgrenzen bleiben. Imorde-Holland: »Das darf kein Moloch werden. Also: keine Entwicklung über das heutige Betriebsgelände hinaus.«

Oberbürgermeister Clausen versicherte, dass sich Zu- und Abfahrten der Lieferfahrzeuge über Verträge regeln lassen würden und sagte eine »umfassende und transparente« Information der Baumheider zu. Die MVA habe bereits einen Bürgerdialog in Baumheide und Heepen zugesagt – wenn die Genehmigung erteilt ist.

Investiert werden sollen 50 Millionen Euro. Gebaut würde zwischen 2020 und 2023.

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