Di., 16.04.2019

Oberbürgermeister Clausen sieht »Verknüpfungspotenzial« Busbahnhof: Pro und Contra werden geprüft

Zurzeit hält der Schienenersatzverkehr an der Massolle-Straße.

Zurzeit hält der Schienenersatzverkehr an der Massolle-Straße.

Bielefeld(WB/bp). Oberbürgermeister Pit Clausen will Fragen zum Pro und Contra einer potenziellen Verlagerung des Fernbus-Bahnhofes von Brackwede zum Hauptbahnhof gründlich klären lassen, bevor er der Politik einen Vorschlag unterbreitet.

Clausen als Vorstandsmitglied des Verkehrsvereins war vor einer Woche dabei, als Vorsitzende Cornelia Delius bei der Jahresversammlung in der Rudolf-Oetker-halle gefordert hatte, den Fernbus-Bahnhof zurück in die Innenstadt zu verlegen. Daraufhin meldeten sich Politik und der Verein »Bielefeld Pro Nahverkehr« zu Wort, der vor einem »Schnellschuss« warnte (das WESTFALEN-BLATT berichtete).

Einen wichtigen strategischen Aspekt sieht Clausen im »hohen Verknüpfungspotenzial zwischen Fernbussen und Deutscher Bahn«, das der Hauptbahnhof biete. Anders als bei früheren Standortentscheidungen zum Fernbusbahnhof sei die Deutsche Bahn nun bereit, die Fläche hinter dem Hauptbahnhof dafür zur Verfügung zu stellen. Geprüft werden müsse, so Pit Clausen, »ob sich solche Pläne mit der Fahrradwegsituation« an der Joseph-Massolle-Straße vertrügen. Eine entscheidende Frage sei auch, wie sich eine Verlagerung des Fernbus-Halts auf den Bahnhof Brackwede auswirken würde.

FDP: »Fernbusbahnhof braucht optimale Umsteigemöglichkeiten«

Die Brackweder FDP jedenfalls hält den Hauptbahnhof mit direktem Anschluss an den Ostwestfalendamm für den einzig richtigen Ort für einen Fernbus-Bahnhof. Ortsvorsitzender Rainer Seifert sagt, gerade ein Fernbusbahnhof brauche »optimale Umsteigemöglichkeiten«.

Der einzige Grund für den Verbleib des Fernbusbahnhofes in Brackwede sei, so Seifert, »die Belebung und Sanierung der Eisenbahnstraße und des Brackweder Bahnhofes und die Hoffnung, an Fördergelder zu kommen«. Die Brackweder Liberalen: »Der Fernbusbahnhof am Hauptbahnhof ist die richtige Lösung – aus ökologischer und ökonomischer Sicht und wegen der Barrierefreiheit.«

IHK: »logischer Schritt hin zu einem schlüssigen Mobilitätskonzept«

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) sieht im Umzug des Fernbus-Bahnhofs ins Zentrum einen »logischen Schritt hin zu einem schlüssigen Mobilitätskonzept«. Die IHK habe sich bereits 2014 für eine Verlegung des Fernbus-Halts zum Hauptbahnhof ausgesprochen, betont Harald Grefe, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer. Zudem sei die Anzahl der Fernbus-Abfahrten und -ankünfte entgegen dem Trend niedrig, sogar rückläufig.

Die Haltestellen des Schienenersatzverkehrs an der Joseph-Massolle-Straße (Neues Bahnhofsviertel) könnten als Fernbushalt genutzt werden, so Grefe, »und zwar, bevor sie wieder zurück gebaut werden«.

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