Mi., 24.04.2019

Fassadensanierung am Alten Rathaus geht in die Schlussphase Facelift für Bielefelds »erste Adresse«

Am Alten Rathaus wird der Front-Giebel wird saniert, das Rundfenster erhält die Rosette zurück.

Am Alten Rathaus wird der Front-Giebel wird saniert, das Rundfenster erhält die Rosette zurück. Foto: Oliver Schwabe

Von Michael Schläger

Bielefeld (WB). 115 Jahre alt wird das Rathaus am Niederwall in diesem Jahr. Seit 2012 wird dessen Fassade in Abschnitten saniert. Jetzt ist der Giebel des Hauptgebäudes zum Niederwall an der Reihe.

Auch die Fensterrosette in der Eingangshalle soll in den kommenden Monaten rekonstruiert werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg war dort eine schlichte Verglasung angebracht worden. Jetzt soll die ursprüngliche filigrane Struktur wieder herausgearbeitet werden. Für die Bauarbeiten hat der zuständige städtische Immobilienservicebetrieb (ISB) 600.000 Euro veranschlagt. Im kommenden Jahr soll die Fassadensanierung endgültig abgeschlossen sein.

Bielefelds »erste Adresse« wird ein weiteres Mal eingerüstet dastehen. Nur so können die Experten für Fassadensanierung die Sandstein-Oberflächen reinigen, beschädigte Teile durch neue Werksteine ersetzen, Hohlräume mit Mörtel verfüllen.

Die Balkonflächen müssen neu abgedichtet werden. Tischler werden die historischen Fenster überarbeiten. Anschließend bekommen sie auch noch einen frischen Anstrich.

Bislang mehr als fünf Millionen Euro aufgewendet

Das Alte Rathaus wurde 1904 als Ersatz für das zu klein gewordene mittelalterliche Rathaus errichtet, in dem sich heute das Theater am Alten Markt befindet. Maßgeblich vom damaligen Stadtbaurat Ritscher geplant, ist der Baustil eine Anlehnung an die Architektur der Renaissance – versetzt mit gotischen und romanischen Elementen. Es entstand nach freimaurerischem Denken im Baustil der so genannten »Alten königlichen Kunsttätigkeit«. Bei einem Bombenangriff 1944 war der alte Rathausturm zerstört worden. Er wurde in den 1950er Jahren nicht wiederhergestellt.

Die Sanierung und Restaurierung der Natursteinfassade war wegen der starken Verwitterung des Sandsteins und der Fugen erforderlich geworden. Seit 2012 waren nach und nach alle Fassadenteile erneuert worden. Dafür sind seitdem bereits mehr als fünf Millionen Euro aufgewendet worden.

Konferenztrakt im Anbau des Alten Rathauses war zuletzt saniert worden

Es mussten große Teile der Fassade, insbesondere im Sockelbereich, wegen erheblicher Durchfeuchtung und Versalzung saniert werden. Einzelne Naturwerksteine wurden ersetzt oder restauriert. Das Sanierungsprogramm war in Abstimmung mit dem Denkmalpflegeamt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Münster aufgestellt worden.

Das Alte Rathaus wurde in den vergangenen Jahren nicht nur von außen aufgehübscht. Mehr als eine Million Euro floss in die Rohbausanierung des Ratskellers, der zurzeit noch leer steht. Dort soll eine bayerische Traditionsgaststätte einziehen. Der Konferenztrakt im Anbau des Alten Rathauses war zuletzt für rund 1,1 Millionen Euro saniert worden.

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