Do., 25.04.2019

Bielefeld-Baumheide: Beamte finden bei 17-Jährigem Soft-Air-Pistole mit Stahlkugeln Stadtbahn-Attacken: Jugendlicher legt Geständnis ab

Die Seitenscheibe einer Stadtbahn der Linie 2 splitterte nach der Attacke am Mittwochabend.

Die Seitenscheibe einer Stadtbahn der Linie 2 splitterte nach der Attacke am Mittwochabend. Foto: Jens Köhne/Mobiel

Bielefeld (WB/sb). Nach zwei Attacken auf Stadtbahnen innerhalb von weniger als zwei Tagen hat die Polizei zwei Tatverdächtige in Bielefeld-Baumheide ermittelt. »Sie stehen in Verdacht, mindestens eine Stadtbahn beschädigt zu haben«, berichtet Polizeisprecher Michael Kötter.

Nach der zweiten Attacke am Mittwochabend fahndeten mehrere Streifenwagen nach den möglichen Angreifern rund um den Tatort. Die Beamten fanden während der Suche einen 17-jährigen Bielefelder, auf den die Zeugenbeschreibung passte, und dessen 16-jährige Begleiterin, ebenfalls aus Bielefeld. Bei dem 17-Jährigen wurde eine Soft-Air-Pistole mit Stahlkugeln gefunden.

Seine Begleiterin trug zudem einen Metallbolzen, wie bei einem Nothammer verbaut, bei sich. Die beiden Bielefelder mussten ins Polizeipräsidium. Der 17-Jährige gab zumindest die Tat am Mittwochabend zu. »Ob es einen Zusammenhang zu den Beschädigungen von weiteren Stadtbahnen geben könnte, ist derzeit Bestandteil der laufenden Ermittlungen der Kriminalpolizei«, teilte Michael Kötter mit.

Bereits in der Nacht zu Dienstag hatte es eine Attacke auf eine Stadtbahn der Linie 2 am Schelpmilser Weg gegeben.

Scheibe gesplittert, Schaden liegt bei 500 Euro

Der zweite Vorfall ereignete sich wie folgt: Die Stadtbahn der Linie 2 war am Mittwochabend in Richtung Innenstadt unterwegs gewesen. Nach einem Halt an der Haltestelle Seidenstickerstraße nahm ein 21-jähriger Bielefelder Fahrgast gegen 21 Uhr ein lautes Geräusch wahr und sah eine gesplitterte Seitenscheibe auf der Fahrerseite. »Auf den Sitzplätzen an der beschädigten Scheibe saß kein Fahrgast«, berichtet Michael Kötter.

Der Stadtbahnfahrer blieb nicht auf freier Strecke stehen, sondern steuerte die nächste Haltestelle »Schüco« an. Zudem gab er einen Notruf ab, der die Polizei über die Mobiel-Verkehrszentrale erreichte.

Der Schaden liegt nach Mobiel-Angaben bei 500 Euro. Polizisten stellten bei der Befragung des 56-jährigen Bahnfahres und der etwa 20 Fahrgäste fest, dass niemand verletzt wurde. Dabei erhielten sie Informationen zu einer kleinen Gruppe Jugendlicher, die sich an der Haltestelle Seidenstickerstraße aufgehalten hatte. Daraufhin begann die Polizei mit der Fahndung.

Ob der Vorfall in Zusammenhang mit den beiden Angriffen auf Stadtbahnzüge im vergangenen November steht, sei ebenfalls unklar. Einen der beiden Angriffe, der am 26. November geschah, hatte ein 13-Jähriger zugegeben.

Eine weitere Stadtbahn-Attacke hatte es im März am Bielefelder Rathaus gegeben.

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