So., 28.04.2019

Das Mobile-Retter-System wird auch in Bielefeld eingeführt Schneller helfen

Mobile Retter sind speziell geschulte Ersthelfer , die sich in unmittelbarer Nähe eines Notfalls befinden. Sie werden, sofern sie registriert sind, durch die Leitstelle der Feuerwehr parallel zum Rettungsdienst alarmiert.

Mobile Retter sind speziell geschulte Ersthelfer , die sich in unmittelbarer Nähe eines Notfalls befinden. Sie werden, sofern sie registriert sind, durch die Leitstelle der Feuerwehr parallel zum Rettungsdienst alarmiert.

Von Burgit Hörttrich

Bielefeld (WB). Im Notfall zählt jede Sekunde. Speziell geschulte Ersthelfer, die sogenannten Mobilen Retter, sollen die Zeit zwischen zum Beispiel einem Herzstillstand und dem Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken und lebensrettende Maßnahmen einleiten. Die Stadt Bielefeld wolle das Mobile Retter-System ab Mitte Mai einführen, sagt Feuerwehrchef Hans-Dieter Mühlenweg.

Mobile Retter, so Mühlenweg, sollen den Notarzt-Einsatz unterstützen. Die Rettungskette werde verkürzt, das sogenannte therapiefreie Intervall verringert.

Allerdings: Es komme auf die Qualifikation an. Als ehrenamtliche Mobile Retter gewonnen werden sollen in erster Linie Angehörige von Hilfsorganisationen wie Deutsches Rotes Kreuz, Arbeiter-Samariter-Bund, Johanniter-Unfallhilfe, von DLRG, Technischem Hilfswerk, aber auch Ärzte, Krankenpfleger, Feuerwehrleute oder Einsatz-Ersthelfer. Wer sich registrieren lasse, werde zu einem kostenlosen Training zur Qualifizierung eingeladen.

Mühlenweg: »In Bielefeld haben sich bereits 150 Interessenten gemeldet. Unser Ziel sind 600 Mobile Retter.«

So soll das System funktionieren und Leben retten:

Mobile Retter werden durch die GPS-Koordinaten ihrer Smartphones geortet, nachdem in der Leitstelle der Notruf 112 eingegangen ist. Der Mobile Retter, der sich dem Notfall am nächsten aufhält, wird gleichzeitig mit dem Rettungsdienst per Mobile-Retter-App informiert. Mühlenweg: »Wer dann Erste Hilfe leisten will, signalisiert das mit dem O.K.-Button.« Der Feuerwehrchef ergänzt aber auch: »Jeder Mobile Retter entscheidet selbst, ob er helfen kann, es gibt keine Verpflichtung.«

Eingeführt wurde das System 2013 als Pilotprojekt im Kreis Gütersloh. Nach positiven Erfahrungen nutzen inzwischen unter anderem auch die Kreise Unna, Kleve, Emsland, Neckar-Odenwald, Germersheim, Osnabrück und Peine das Smartphone-basierte Ersthelfer-Alarmierungssystem.

Knapp 16.000 Menschen haben sich bislang registrieren lassen. Ziel des Vereins ist es, 100.000 Menschen als Mobile Retter zu gewinnen und mit deren Hilfe pro Jahr 10.000 Menschenleben zu retten. Das System wurde mehrfach ausgezeichnet, ist inzwischen aber nicht mehr konkurrenzlos.

Die sogenannte Hilfsfrist in Bielefeld, so Mühlenweg, betrage zehn Minuten; das ist die Zeitspanne, die zwischen dem Eingang des Notrufes und der Ankunft des Rettungsdienstes am Einsatzort maximal vergeht. Diese Hilfsfrist wolle man, sagt der Feuerwehrchef, mit Unterstützung der Mobilen Retter um die Hälfte verkürzen. Der Verein selbst gibt als Ideal viereinhalb Minuten an.

Informationen zu dem System gibt es unter www.mobile-retter.de

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