So., 28.04.2019

Mobiel will nach den Sommerferien ein Bus-System auf Abruf in Sennestadt testen Zwei Antons ersetzen Anruf-Sammeltaxis

Mobiel startet nach den Sommerferien in Sennestadt die Testphase für die beiden Anton-Busse, die in den Abendstunden und sonntags ganztägig per Telefon oder App geordert werden können. Die Sprinter fahren dann virtuelle Haltestellen an.

Mobiel startet nach den Sommerferien in Sennestadt die Testphase für die beiden Anton-Busse, die in den Abendstunden und sonntags ganztägig per Telefon oder App geordert werden können. Die Sprinter fahren dann virtuelle Haltestellen an. Foto: Oliver Schwabe

Von Kerstin Sewöster

Sennestadt (WB). Zwei Kleinbusse sollen mehr Mobilität nach Sennestadt bringen. Nach den Sommerferien beginnt die Testphase, die noch in diesem Jahr auch auf andere Stadtbezirke ausgeweitet wird. Einen Fahrplan gibt es nicht. Die Busse kommen auf Abruf – on demand, wie das neudeutsch heißt.

Anton – so tauft Mobiel die beiden Mercedes-Sprinter – bietet jeweils acht Fahrgästen Platz sowie Raum für einen Rollstuhl je Fahrzeug. »Wir arbeiten mit Hochdruck«, erklärt Cornelia Christian, Leiterin für den Bereich Mobilitätsmanagement. Sie geht von einer zweijährigen Testphase aus. Nach dem Start in Sennestadt, aber noch in diesem Jahr, soll Anton seine Fahrten tagsüber auch in Jöllenbeck, Theesen, Vilsendorf und Brake aufnehmen.

Für Sennestadt haben die Planer vor allem die Bereiche Eckardtsheim, Heideblümchen und Dalbke im Blick. Anton könne auch im ganzen Bezirk genutzt werden, wie Christian betont. Die Busse sind montags bis samstags in den Abendstunden unterwegs und sonntags ganztägig. »Damit sind auch Fahrten zum Friedhof kein Problem mehr«, meint Cornelia Christian. Das exakte Zeitfenster, in dem Anton genutzt werden kann, steht noch nicht fest. »Das justieren wir noch«, meint Cornelia Christian.

Fahrt kostet 1,50 Euro, gezahlt wird über die App

Wer Anton nutzen möchte, kann den Bus über eine Smartphone-App ordern. »Wir haben uns jedoch bewusst entschieden, auch ein Servicetelefon vorzuhalten«, sagt Cornelia Christian. So kann der Bus im persönlichen Gespräch angefordert und bei Bedarf der Kunde zur virtuellen Haltestelle geleitet werden. Eine Fahrt mit Anton soll 1,50 Euro kosten. Der Betrag kann über die App gezahlt werden, aber auch direkt beim Fahrer.

Das Besondere an Anton: Es gibt keine markierten Busstopps, sondern ein ganzes Netz an virtuellen Haltestellen, wie Cornelia Christian erläutert: »Der Kunde soll maximal eine Entfernung von 150 bis 200 Meter zurücklegen müssen«. Wer den Kleinbus anfordert, gibt einfach seinen Standort an und erfährt gleichzeitig, wo sich die nächste virtuelle Haltestelle befindet. Festgelegt Routen gibt es für Anton nicht. In Sennestadt werden es etwa 600 virtuelle Haltestellen sein, in Jöllenbeck/Brake etwa 950 Haltepunkte.

Die beiden Sprinter namens Anton ersetzen in Sennestadt das Anruf-Sammeltaxi (AST). Über letzteres gab es immer wieder Beschwerden, weil die Wartezeiten zu lang gewesen sein sollen. Das habe auch daran gelegen, weiß Cornelia Christian, dass die Fahrzeuge der Taxi-Unternehmen gar nicht mehr in Sennestadt stationiert seien und auch nicht mehr so viele Fahrer zur Verfügung stünden. Dagegen sollen die beiden Anton-Busse und ihre Fahrer abends ihre festen Standorte in Sennestadt bekommen. Maximal 30 Minuten sollen laut Cornelia Christian Kunden auf einen Anton warten müssen: »Über die Handy-App kann ich zudem sehen, wo sich der Bus gerade befindet.«

Sonntags ausschließlich abends im Einsatz

Christian betont, dass es weiterhin eine enge Zusammenarbeit zwischen Mobiel und der Bielefelder Funk-Taxi-Zentrale (Bieta) geben werde. Bereits seit Herbst 2018 arbeite man gemeinsam am neuen Mobilitätskonzept. Weitere Abstimmungen seien künftig nötig, um etwa mögliche Fahrzeugausfälle absichern zu können.

Während in Sennestadt die Anton-Busse außer sonntags ausschließlich abends im Einsatz sind, touren sie in Jöllenbeck nur tagsüber und sollen das »versprenkelte Gebiet« quer zur Hauptroute Jöllenbeck – Innenstadt stärken. Mehr in den Fokus rücken soll bei der Mobilitätsoffensive auch der Braker Bahnhof.

Bei der Namenswahl ist Mobiel übrigens um lokale Identität bemüht. Nachdem das gerade vorgestellte Konzept des E-Roller-Sharings Alma titelt, in Anlehnung an das Bielefelder Stadion, stand für die beiden Kleinbusse das Wahrzeichen im Teutoburger Wald, der Eiserne Anton, Pate.

Mit Anton als zusätzlichem Verkehrsangebot soll die »letzte Meile zum Kunden« besser erschlossen und die Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs attraktiver werden, so wie es im Stadtentwicklungsausschuss beschlossen wurde. In den Bezirksvertretungen wird im Mai über den Test informiert: in Heepen am 2. Mai, in Sennestadt und Jöllenbeck am 9. Mai.

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