Di., 30.04.2019

Patienten und Inventar wechseln Standort – Notaufnahme am neuen Ort – Neubau in Sicht – mit Video Betheler Kinderzentrum zieht um

Laura Wortmeier trägt die Krücken, Kay Kebe (vorne) und Dirk Grösche sorgen für den Transport von Lars Strothmann.

Laura Wortmeier trägt die Krücken, Kay Kebe (vorne) und Dirk Grösche sorgen für den Transport von Lars Strothmann. Foto: Oliver Schwabe

Von Sabine Schulze

Bielefeld (WB). Seit zwei Wochen muss Lars wegen eines Eingriffs am Knie im Kinderzentrum des Evangelischen Klinikums Bethel das Bett hüten. Am Montag gibt es Abwechslung im Klinikalltag: Der 13-Jährige wird mit dem Krankenwagen in den neuen Südostflügel von Gilead I verlegt. Denn einige Kliniken des Kinderzentrums ziehen um. Der geplante Neubau macht es nötig.

Der Umzug der Kliniken verlangt viele helfende Hände und ist eine logistische Herausforderung. Schließlich müssen nicht nur Patienten, ihre Betten und andere Möbel, sondern auch Ultraschallgeräte, Infusionsständer, Verbandsmaterial, Kanülen, Medikamente und vieles mehr mitziehen, zügig wieder griffbereit einsortiert oder angeschlossen werden.

Abriss nach 42 Jahren

Nach 42 Jahren wird Haus 1 des Kinderzentrums am Grenzweg abgerissen, um Platz für einen Neubau zu machen. Ab Anfang Mai wird das alte Gebäude entkernt, dann rücken die Abrissbagger an. Ab Sommer wird für 70 Millionen Euro der Neubau errichtet. Mitte 2022 soll er bezogen werden. Bis dahin müssen die Kinder-Stationen, die bislang in Haus 1 untergebracht waren, im Südostflügel von Gilead I Quartier nehmen – darunter Kinderradiologie, Notaufnahme, Notfallpraxis und Kinderchirurgie, die umgezogen sind.

Anpacken zum Einpacken (von links): Kerstin Johannfunke, Sarah Pankoke, Kirsten Glüsing, Eckard Hamelmann und Teresa Bach. Foto: Oliver Schwabe

»Wir sind hier seit 8 Uhr im Einsatz, hatten schon einige chirurgische Notfälle und einige pädiatrische Patienten und sind eigentlich schon im Normalbetrieb«, sagt Dr. Sebastian Gaus, Leitender Arzt der Kindernotaufnahme, am späten Vormittag. Das Team ist doppelt besetzt. Zum einen sollen Eltern mit Kindern, die sich noch auf den Weg zur alten Notaufnahme gemacht haben, dort abgeholt werden, zum anderen müssen nach und nach noch einige Räume funktionstüchtig eingerichtet werden, derweil die Tischler mit den letzten Einbauten befasst sind.

Auch die Kinderchirurgie ist am Montag in die neuen Räume des Gilead-Anbaus gezogen, heute folgen die Intensivstation für Kinder und Jugendliche und die Station für Früh- und Neugeborene. Eine neue Beschilderung weist den Weg.

Reduzierte Patientenzahl

Um alles reibungslos über die Bühne zu bringen, ist die Zahl der Patienten reduziert worden. So weit möglich werden keine planbaren Eingriffe und Untersuchungen vorgenommen oder werden die kleinen Patienten kurzfristig auf andere Stationen verlegt. »Einige Frühchen zum Beispiel – auch wenn sie keine Intensivpatienten sind – auf die Frühgeborenenintensivstation, die ja ohnehin in Gilead I untergebracht ist«, erläutert Chefarzt Prof. Dr. Eckard Hamelmann.

Blick in ein Zimmer im neuen Südostflügel von Gilead. Noch ist nicht alles hergerichtet. Foto: Oliver Schwabe

Und üblicherweise hat etwa die Kinderchirurgie 24 Betten. Am Montag müssen nur ein halbes Dutzend junger Patienten wie etwa Lars verlegt werden. Drei Rettungswagen stehen bereit, um sie mit Hilfe der Feuerwehr zu verlegen. Koordiniert wird das von Einsatzleiter Jörn Bielinski.

»Wir haben uns gut vorbereiten können« sagt er. »Krankentransporte sind ja unser täglich Brot, hier ist aber viel Abstimmung nötig, weil parallel das Inventar transportiert werden muss.« Das wiederum erledige ein Bielefelder Umzugsunternehmen, derweil auf den Stationen die Schwestern im Altbau seit Tagen mit dem Aussortieren, Packen und Beschriften, im Neubau hingegen mit dem Auspacken und Einräumen befasst sind.

Haus 2 des Kinderzentrums, erläutert Hamelmann, bleibe unberührt. Dort sind zum Beispiel Allgemeinpädiatrie, Neuropädiatrie und Gastroenterologie, Infektstation, Allergologie und Onkologie untergebracht. Wenn das Kinderzentrum in drei Jahren fertig ist, wird der Südostflügel (in dem sich auch die Intensivstation für Erwachsene befindet) von Gilead I genutzt.

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