So., 05.05.2019

Erste Insektenunterkunft wird am Seekrug aufgestellt – zwei weitere Standorte gesucht Bienenhotel ist bezugsfertig

Jochen Häger (Pro Werk, von links), Jutta Küster, Seekrug-Wirt Christian Schulz, Michael Blaschke (Pro Grün) und Michael Geymeier (Heilsarmee) haben auf der Gänsewiese am Obersee einen geeigneten Platz für das Bienenhotel gefunden.

Jochen Häger (Pro Werk, von links), Jutta Küster, Seekrug-Wirt Christian Schulz, Michael Blaschke (Pro Grün) und Michael Geymeier (Heilsarmee) haben auf der Gänsewiese am Obersee einen geeigneten Platz für das Bienenhotel gefunden. Foto: Kerstin Sewöster

Bielefeld (WB/kw). Das Hotel ist bezugsfertig, jetzt fehlen nur noch ein paar Sonnenstrahlen, denn Wärme bringt Insekten in Einzugslaune. Seit Freitag steht das Bienenhotel auf der Gänsewiese am Obersee – ein gut sichtbares Zeichen dafür, dass Eigeninitiative viel bewirken kann.

Die Initiatoren Jutta Küster und Michael Geymeier von der Heilsarmee wollten das Insektensterben nicht nur beklagen, sondern etwas dagegen tun. Sie packten Blumensamen, die als besonders wertvolle Bienennahrung gelten, in Tütchen und verteilten sie gegen eine Spende auf dem Siegfriedsplatz. 1800 Quadratmeter konnten mit dem Saatgut erblühen.

»Es war überraschend, wie viele Menschen ein gutes Bewusstsein für Natur haben«, freut sich Jutta Küster über die vielen interessierten Gespräche mit Besuchern. Bei der Aktion kamen 480 Euro zusammen. Damit war der Grundstein für ein Bienenhotel gelegt. Jochen Häger, Pro Werk-Bereichsleiter Arbeitsmarkt und Inklusion, unterstützte Küster und Geymeier und ließ gleich drei Bienenhotels in den Bethel-Werkstätten bauen. Jetzt wurde mit tatkräftiger Unterstützung von Michael Blaschke vom Verein Pro Grün und Seekrug-Wirt Christian Schulz das erste Bienenhotel aufgestellt – auf der Gänsewiese hinter dem Seekrug.

Standorte für weitere Hotels gesucht

»Wärme ist wichtig«, betont Michael Blaschke. Der Diplom-Biologe empfiehlt, die Insektenunterkünfte nicht zu schattig und vor allem wettergeschützt aufzustellen. Jetzt werden noch Standorte für die beiden weiteren Hotels gesucht. Der Stadtpark sei im Gespräch, wie Jutta Küster betont. Es fehle allerdings noch die Genehmigung seitens der Stadt Bielefeld. Wer eine gute Idee für einen idealen Hotelstandort im öffentlichen Raum hat, kann sich an Jutta Küster wenden, E-Mail: jutta.kuester@me.com.

Wer etwas Gutes für Insekten tun möchte und keinen Platz für ein Riesenhotel hat, kann auch auf kleinere Unterkünfte zurückgreifen, die ebenfalls bei Pro Werk erhältlich sind. Es reiche aber auch etwas Totholz, das mit dem Bohrer bearbeitet werde, weiß Michael Blaschke, der einmal mehr betont, wie wichtig Insektenschutz ist: »Von 364 Wildbienenarten in Deutschland sind fast 50 Prozent ausgestorben oder vom Aussterben bedroht.«

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