Mo., 06.05.2019

Vor elf Wochen starben der Sänger und sein Keyboarder auf der A 2 – mit Video Nach dem Tod von Saban Saulic: So steht’s um den Unfallfahrer

Der serbische Sänger Saban Saulic: Bei dem Unfall riss eine Aorta, er verblutete in kürzester Zeit.

Der serbische Sänger Saban Saulic: Bei dem Unfall riss eine Aorta, er verblutete in kürzester Zeit. Foto: Biser Todorov

Von Christian Althoff

Bielefeld/Gütersloh (WB). Elf Wochen nach dem Unfalltod des serbischen Sängers Saban Saulic (67) und seines Keyboarders Mirsad Keric (43) ist der mutmaßliche Todesfahrer aus der U-Haft entlassen worden.

Der 34-jährige Gütersloher hatte am Morgen des 17. Februar, einem Sonntag, auf der A2 bei Gütersloh von hinten den Seat Ibiza gerammt, in dem die beiden Musiker und ein dritter Mann saßen. Sie kamen aus Bielefeld, wo sie im Farinda-Club ein Konzert gegeben hatten.

Der Unfallverursacher, der einen Mazda fuhr, war betrunken . Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bielefeld wurde der Deutsche im Februar in Untersuchungshaft genommen – wegen Fluchtgefahr. Denn er und seine Freundin hatten sich getrennt, und er konnte beim Haftrichter keine Anschrift nennen. Staatsanwalt Christoph Mackel: »Am Freitag hat das Amtsgericht den Haftbefehl außer Vollzug gesetzt, weil der Mann jetzt einen festen Wohnsitz nachweisen konnte und das Gericht keine Fluchtgefahr mehr sah.«

Volksmusiker verblutete innerlich

In welcher Stadt der Mann jetzt wohnt, wollte Jerrit Schöll, der Rechtsanwalt des Beschuldigten, nicht sagen, denn es hatte nach dem Tod des populären Volkssängers im Internet Morddrohungen gegen den 34-Jährigen gegeben. »Sogar sein Foto und seinen Namen hatten Unbekannte dort veröffentlicht.«

Saban Saulic war eines tragischen Todes gestorben: Der Volksmusiker hatte nach dem Unfall das Autowrack verlassen und sich auf die Leitplanke gesetzt . Er schien den Zusammenstoß vergleichsweise glimpflich überstanden zu haben und ahnte nichts von seiner schweren Verletzung: Eine Aorta war gerissen, und der Sänger verblutete innerlich in kürzester Zeit. Das ergab die Obduktion. Einen Hinweis, dass Keric (er fuhr den Kleinwagen) oder Saulic (er saß auf dem Beifahrersitz) nicht angeschnallt waren, ergaben die Obduktionen nicht.

Das sagt der Staatsanwalt

Staatsanwalt Mackel sagte, er warte noch immer auf das Unfallgutachten des Sachverständigen. »Sobald es vorliegt, werde ich Anklage erheben.« Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen wird dem Beschuldigten fahrlässige Tötung in zwei Fällen vorgeworfen. Angesichts der Alkoholfahrt muss der Mann mit einer Gefängnisstrafe rechnen.

Der Tod der Musiker hatte viele Menschen in Serbien getroffen. Präsident Aleksandar Vucic kondolierte der Familie Saulic, und Außen­minister Ivica Dacic sprach ihr »als Freund und großer Verehrer« sein Beileid aus. Die Familie dankte in einem Brief der Staatsanwaltschaft Bielefeld, die es ihr erlaubt habe, »die Leiche zu sehen, so dass wir uns in würdevoller Weise von unserem Ehemann, Vater, Großvater verabschieden konnten.«

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