Mo., 13.05.2019

Spektakulärer Blick über die Stadt aus 34 Metern Höhe Bielefelder Neumarkt und Ostmannturm eröffnet

Arbeiten abgeschlossen: der Neumarkt ist auch ein Stück neuer Stadtraum.

Arbeiten abgeschlossen: der Neumarkt ist auch ein Stück neuer Stadtraum. Foto: Oliver Schwabe

Bielefeld (WB/MiS). Beides hat mehr Zeit benötigt als ursprünglich geplant. Aber jetzt ist sowohl der Neumarkt fertig gepflastert als auch der Ostmannturm saniert.

Nicht nur die verlängerten Bauzeiten haben beide gemein, sondern auch die Finanzierung. Neumarkt und Ostmannturm profitierten von der Städtebauförderung, und deshalb wurde an beiden Örtlichkeiten am Samstag gefeiert. Der war nämlich der »Tag der Städtebauförderung«, eine deutschlandweite Initiative von Bund, Ländern und Kommunalverbänden.

Auf dem Neumarkt gleicht kein Stein dem anderen. Er kommt sehr individuell gestaltet daher. Es handelt sich um einen sogenannten Passeverband mit unterschiedlich großen und breiten Steinen und Fugen. Das Material: bayerischer Granit. So hatten es sich die Landschaftsarchitekten von Lützow 7 gewünscht, dem Büro, das bereits für die Gestaltung des Kesselbrinks verantwortlich zeichnete. Mit der neuen Pflasterung ist nun endlich dieses Platz-Projekt abgeschlossen.

Der Neumarkt hat sein Ursprünge in die 90er Jahren und sollte eigentlich das sein, wofür sein Name steht: ein neuer Ort für den Wochenmarkt. Die Markthändler blieben jedoch viel lieber auf dem Kesselbrink. So verfiel der Platz zwischen dem seinerzeit neu errichteten Amerikahaus und dem Telekom-Hochhaus in einen Dornröschenschlaf. Erst mit dem Einzug von Stadtbibliothek und Archiv ins Amerikahaus und schließlich dem Bau zweier Hotels wurde der Platz zu einem lebendigeren urbanen Zentrum. Längst ist er auch eine begehrte Wohnadresse. Hochwertige Eigentumswohnungen, die im Zuge des Hotelbauten mit entstanden, sind dafür ein Beleg.

Bielefelder sind neugierig

Zwei Millionen Euro hat die Neugestaltung des Platzes gekostet. 80 Prozent davon wurden aus Mitteln die Städtebauförderung finanziert.

300.000 Euro kostete die Sanierung des Ostmannturmes, dessen Turmzimmer jetzt für Veranstaltungen gemietet werden kann (das Westfalen-Blatt berichtete). Das war deutlich mehr, als das Sozialwerk der Freimaurer eingeplant hatte; es betreibt nun in der früheren Gewürzfabrik ein Studentenwohnheim. 150.000 Euro gab es als Zuschuss aus der Städtebauförderung, der Rest musste teils kreditfinanziert werden. Rund um die Sanierung hatte es auch Ärger und Pannen gegeben. »Aber das ist nun vergessen«, sagte am Samstag Dirk Ukena vom Sozialwerk der Freimaurer. »Wir schauen optimistisch nach vorn.«

Die Bielefelder jedenfalls waren sehr neugierig auf den Ostmannturm. Den spektakulären Blick über die Stadt, der von dort aus 34 Metern Höhe möglich ist, wollten am Samstag viele genießen. Deutlich geringer war die Resonanz bei der Eröffnung des Neumarktes. Aber auch der werde sich als Treffpunkt etablieren, war sich Bezirksbürgermeister Hans- Jürgen Franz (SPD) sicher. Eines soll er jedenfalls nicht werden: ein teurer Parkplatz. Das Ordnungsamt hat seine Kon­trollen dort inzwischen deutlich verschärft.

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