Di., 14.05.2019

Obduktion der Rechtsmedizin bestätigt erste Vermutung der Mordermittler Toter im Hotel: Es war Suizid

Im Hotel Golden Tulip in der Bielefelder Altstadt wurde die Leiche gefunden.

Im Hotel Golden Tulip in der Bielefelder Altstadt wurde die Leiche gefunden. Foto: Heinz Stelte

Bielefeld (WB/hz). Nach dem Leichenfund im Bielefelder Hotel GoldenTulip scheint weitgehend gesichert, dass sich Doppelmörder Erdal A. (38) selbst erschossen haben soll. »Wir gehen von einem Suizid aus«, bestätigte Polizeisprecherin Sarah Siedschlag das Ergebnis der Obduktion vom Dienstag.

Gleichwohl seien die Ermittlungen in dem Fall noch nicht abgeschlossen, sagte die Sprecherin. Obwohl es »keine konkreten Hinweise auf ein Verbrechen« gebe, werde das endgültige Ergebnis der Spurenauswertung abgewartet. So seien weitere Untersuchungen notwendig. Was die Ermittler der neunköpfigen Mordkommission »Waldhof« (benannt nach der Straße, an der das Hotel Golden Tulip liegt) genau geklärt haben wollen, sagte die Sprecherin nicht.

Wie berichtet, stuft die Kripo Bielefeld den Fund der Leiche des verurteilten Doppelmörders Erdal A. als brisant ein. Dass gleich eine neunköpfige Mordkommission zusammen gestellt wurde, liegt an der kriminellen Vorgeschichte des toten Bielefelders.

Erdal A., der schon als Kind an einer Bielefelder Gesamtschule Mitschüler verprügelt haben soll, erschoss im Oktober 2001 in einer Arztpraxis in Melle/Niedersachsen zwei Arzthelferinnen. Erdal A. wurde im Jahr 2002 zu 15 Jahren Haft verurteilt, weil er aus Rache für das Beziehungs-Aus seine Ex-Freundin (19) und deren Kollegin (44) mit fünf Schüssen tötete. Weil er zur Tatzeit erst 20 Jahre alt war und juristisch damit noch als Heranwachsender galt, verhängte das Osnabrücker Landgericht im Jahr 2002 keine lebenslange Haftstrafe mit Feststellung der besonderen Schwere der Schuld.

Gleichwohl wurde Erdal A. nach Verbüßung der sogenannten Zwei-Drittel-Strafe aus der Haft entlassen. Laut Gutachtermeinung ging von dem Bielefelder keine Wiederholungsgefahr aus. Vom niedersächsischen Strafvollzug wurde dem verurteilten Doppelmörder zudem eine günstige Sozialprognose gestellt.

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