Mi., 15.05.2019

Frank Goosen stellt neuen Roman vor »Jetzt verlieb’ Dich hier bloß nicht«

Frank Goosen war am Dienstag zu Besuch im gut gefüllten Bunker Ulmenwall.

Frank Goosen war am Dienstag zu Besuch im gut gefüllten Bunker Ulmenwall. Foto: Thomas F. Starke

Von Hans-Heinrich Sellmann

Bielefeld  (WB). Heimeliger geht’s kaum. Wenn Frank Goosen umringt von treuen Lesern am Tisch im Bunker Ulmenwall Platz nimmt und sein Buch aufschlägt, ist das wie der Besuch des allseits beliebten Onkels. Der kommt jedes Mal vorbei, wenn er ein neues Buch geschrieben hat und liest daraus vor.

Doch natürlich nicht nur das. »Onkel Frank« erzählt auch immer, wie das Bücherschreiben so war, was er sich dabei gedacht hat. Er beantwortet Fragen aus dem Publikum – im offiziellen Teil, aber auch später beim Signieren und danach.

Goosen ist inzwischen 52, die Zuhörer im Bunker gehören seiner Generation an, die Hauptfiguren seiner Bücher erst recht. In »Kein Wunder« geht es wieder um Förster, Brocki und Fränge. Die kennt man schon aus »Förster, mein Förster«. Dieses Mal allerdings geht’s auf Zeitreise ins Jahr 1989. Die drei glauben sogar, es sei die beste Zeit ihres Lebens – »ein bisschen schubi, ein bisschen du«.

Zwei Freundinnen im geteilten Berlin

Es ist die Zeit, in der sich einer wie Fränge gleich zwei Freundinnen leisten kann, eine im Westen, eine im Osten von Berlin. Die Mauer macht’s möglich, dass der Taugenichts nicht auffliegt. Bedrohlich in Sachen Herzensangelegenheiten wird es vielmehr, als seine Spezis aus Bochum zu Besuch kommen. Brocki und eben Förster, der schon als Twen immer etwas schwermütiger als die anderen ist und Gefallen finden wird an Rosa, dem Mädchen in Ost-Berlin. »In Ost-Berlin. Denn Mädchen aus Ost-Berlin geht nicht. Jedenfalls im Westen.«

Für Frank Goosen, im Nebenjob auch Kabarettist, sind Lesungen, so scheint es, ein Klacks. Den sächselnden Grenzer braucht er eigentlich nicht unbedingt perfekt zu imitieren, der Wortwitz in Dialogen und Gedanken seiner Protagonisten reicht für sich genommen schon völlig aus.

Und dann ist da diese Prise Herzschmerz, die in jede Liebesgeschichte gehört, die sich bei und für Goosens Ruhrpott-Helden aber immer etwas anders anfühlt. Wenn Förster an Rosa »diese schönen, etwas feingliedrigen Hände« bemerkt, weiß er natürlich, dass man sowas über die Freundin eines Kumpels nicht mal denken darf: »Jetzt verlieb Dich hier bloß nicht, Du Vollidiot.« Ob’s am Ende doch so kommt? Den etwas anderen Wenderoman gibt’s im Buchhandel.

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