Do., 16.05.2019

Auswertung für 2016 bis 2018 – in NRW mehr als 14.000 Fälle 874 Clan-Straftaten in OWL registriert

Kriminelle Clans sind in den vergangenen drei Jahren in Ostwestfalen-Lippe für 874 Straftaten verantwortlich gewesen.

Kriminelle Clans sind in den vergangenen drei Jahren in Ostwestfalen-Lippe für 874 Straftaten verantwortlich gewesen. Foto: dpa

Von Florian Weyand und Hilmar Riemenschneider

Düsseldorf (WB). Mit dem bundesweit ersten Lagebild zur Clan-Kriminalität hat NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) 104 kriminelle Clans in Nordrhein-Westfalen verortet. In Ostwestfalen-Lippe waren sie in den vergangenen drei Jahren für 874 Straftaten verantwortlich.

In den Jahren 2016 bis 2018 haben Mitglieder von kriminellen Großfamilien in NRW etwa 14.000 Straftaten verübt, begangen durch 6500 Verdächtige. Unter ihnen seien viele Intensivtäter. Mehr als ein Drittel der Taten gehört zur Kategorie der Rohheitsdelikte wie Raub, Nötigung, Bedrohung oder gefährliche Körperverletzung. »Clan-Kriminalität ist keine Kleinkriminalität«, sagte der Innenminister. Unter den Straftaten seien auch 26 Tötungsdelikte. Die meisten Verdächtigen mit Clan-Hintergrund seien Deutsche (36 Prozent), gefolgt von Libanesen (31), Türken (15) und Syrern (13).

OWL deutlich weniger betroffen als andere Landesteile

Besonders im Ruhrgebiet sind die Clans aktiv. Eine Hochburg ist Essen. Dort hat das Landeskriminalamt mit 2439 Delikten die größte Zahl an Straftaten registriert.

In OWL ist Clan-Kriminalität für die Polizeibehörden derzeit ein geringeres Problem. Die Ermittler zählten in den Jahren von 2016 bis 2018 insgesamt 874 Taten. Das entspricht 6,14 Prozent aller in NRW registrierten Clan-Delikte. Damit ist die Region deutlich weniger betroffen als andere Landesteile.

Spitzenreiter: 78 Straftaten im Kreis Minden-Lübbecke

Überraschend hoch sind die Fallzahlen aber im Kreis Minden-Lübbecke. Für 2018 registrierten die Ermittler dort 78 Straftaten und damit zwei mehr als in der Stadt Bielefeld (76). Zudem hat sich die Zahl der Straftaten seit 2016 (42 Taten) fast verdoppelt. Bei der Polizei im Kreis Minden-Lübbecke kann man die Daten derzeit noch nicht einordnen. Man stelle sich selbst die Frage, wie die Werte ermittelt worden seien. Eine genaue Analyse benötige noch Zeit, teilte ein Polizeisprecher auf Anfrage mit.

LKA orientiert sich an Familiennamen

An der Erstellung des Lagebilds haben LKA-Experten zwei Jahre gearbeitet, berichtete der Leiter der Abteilung für organisierte Kriminalität, Thomas Jungbluth. Um genaue Ergebnisse zu bekommen, habe sich das LKA bei der Erfassung nicht an den Delikten, sondern an den Familiennamen orientiert. »Die Erstellung eines Lagebildes funktioniert nur mit der Zuordnung von Straftaten zu einem Familiennamen«, sagte Reul. Das Risiko einer Stigmatisierung wiege gegenüber den Erkenntnissen geringer.

Kommentare

Familiennamen

Wenn nicht schon jetzt geschehen, so werden die Familienmitglieder ihre Namen einfach nur von der Schreibweise ändern oder Vornamen zu Nachnamen machen. Das hat doch bei der Registrierung von Migranten auch funktioniert. Schon haben Polizei und Justiz das Chaos und es gibt fünf mal mehr Bewährung für ein und denselben Täter.

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