Es bleibt bei eineinhalb Jahren Gefängnis wegen versuchter Vergewaltigung
Sex-Täter zieht Berufung zurück

Bielefeld (WB/HHS). Im Februar hatte das Amtsgericht einen inzwischen 36-jährigen Mann zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt, weil er versucht hatte, im vergangenen Oktober in der Bielefelder Innenstadt eine damals 22-jährige Herforderin zu vergewaltigen. Das Strafmaß bleibt bestehen. Vor dem Landgericht zogen am Donnerstag sowohl der Täter als auch die Staatsanwaltschaft ihre Berufungsanträge zurück.

Donnerstag, 16.05.2019, 13:44 Uhr aktualisiert: 16.05.2019, 13:48 Uhr
Das Bielefelder Landgericht. Foto: Thomas F. Starke
Das Bielefelder Landgericht. Foto: Thomas F. Starke

Der Fall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt, weil zwei junge Frauen aus dem Kreis Gütersloh beherzt eingeschritten waren und Schlimmeres verhinderten . Sie zerrten den Mann von seinem Opfer, alarmierten die Polizei, kümmerten sich um die junge Frau und nahmen sogar die Verfolgung auf.

Dass es am Donnerstag überhaupt zur Berufungsverhandlung vor dem Schöffengericht unter Vorsitz von Florian Schwartz kam, hatte offenbar mit der fehlenden Kommunikationsbereitschaft des Sex-Täters zu tun. Wie Pflichtverteidiger Friedbert Teutenberg angab, hatte es sein Mandant bis dato abgelehnt, mit ihm zu sprechen. Der 36-Jährige sitzt seit dem 14. Oktober im Gefängnis. »Ich wurde ungerecht behandelt und ungerecht verurteilt«, sagte er gestern.

Während einer Sitzungsunterbrechung kam es schließlich doch zum Austausch von Anwalt und Mandant. Hinterher wurde die Berufung zurückgenommen. Die Staatsanwaltschaft schloss sich an. Möglicherweise wäre es so gekommen, wie Teutenberg dem 36-Jährigen mit auf den Weg gegeben hatte: »Wenn Sie dabei bleiben, wird es schlimmer.«

 

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