Fr., 17.05.2019

Krankenhaus hat eine Schulstation eingerichtet Pflegeschüler übernehmen die »9.3« im Klinikum

Patient Friedhelm Hanke hat (fürs Foto) gleich drei Azubis am Bett: Lorena Kölkebeck, Gina-Marie Kutsch und Paraskevi Karaiskou beim Messen von Blutdruck und Temperatur. Im Hintergrund Mit-Patient Wolfgang Epke

Patient Friedhelm Hanke hat (fürs Foto) gleich drei Azubis am Bett: Lorena Kölkebeck, Gina-Marie Kutsch und Paraskevi Karaiskou beim Messen von Blutdruck und Temperatur. Im Hintergrund Mit-Patient Wolfgang Epke Foto: Oliver Schwabe

Von Sabine Schulze

Bielefeld (WB). Eine komplette Krankenstation in den Händen von Pflegeschülern – das gibt es am Klinikum Bielefeld. Zwar unter Anleitung examinierter Kollegen, aber doch mit einem hohen Maß an Verantwortung. Das weitet den Blick und stärkt durchaus das Selbstvertrauen, hat Pflegedirektorin Christiane Höbig beobachtet.

Seit jetzt fast zwei Wochen ist die »9.3«, eine orthopädische Station in der Verantwortung von Prof. Dr. Ludger Bernd, in den Händen von 16 Azubis des zweiten und dritten Jahrgangs der Gesundheits- und Krankenpflegeschulen des Klinikums. Ihnen obliegen einen Monat lang die Organisation der Arbeit, Qualitätsmanagement, Kontrolle der Hygiene, Absprachen mit Ärzten oder Verabredungen mit Physiotherapeuten – und natürlich Pflege und Versorgung der Patienten.

Von der Aufnahme bis zur Entlassung

»Unser Ziel ist, den jungen Leuten ein Gesamtbild über die Komplexität einer Stationsführung zu vermitteln«, erklärt Höbig. Zum einen dient das der Prüfungsvorbereitung, da auch die Planung und Nachbereitung von Prozessen beherrscht werden müssen weil die angehenden Pflegekräfte lernen müssen, wie eine Station funktioniert. Zum anderen empfinden die Azubis es schlicht als viel befriedigender, derart eingebunden zu sein und einen Überblick zu bekommen.

Welche Arbeiten liegen an? Lorena Kölkebeck, Gina-Marie Kutsch, Paraskevi Karaiskou und Ronja Kabiersch schauen in die Akten. Foto: Oliver Schwabe

»Man lernt das komplette Paket, von der Aufnahme bis zur Entlassung«, sagt Paraskevi Karaiskou. Normal in die Stationsabläufe eingebettet, würden immer nur einzelne Aufgaben zugewiesen, die abgearbeitet werden müssen, auf der »Schulstation« werde deutlicher, was »dazugehört« und sind die Arbeiten komplexer.

Die jungen Leute sind ganz normal in drei Schichten eingeteilt, Wochenende inklusive. Ihnen zur Seite (oder hinter ihnen) stehen die examinierten Pflegekräfte mit Rat und Tat. »Grundsätzlich dürfen die Azubis aber alles machen, was ihrem Ausbildungsstand entspricht«, sagt Korinna Manke. Blutentnahme inklusive.

Patienten wurden vorab informiert

Die Patienten sind vorab in einem Faltblatt und im persönlichen Gespräch über das Projekt informiert worden und haben positiv reagiert. »Quasi am lebenden Objekt zu lernen, ist doch richtig«, findet Wolfgang Epke.

Auch Chefarzt Bernd begrüßt es, dem Nachwuchs etwas bieten zu können. Dazu gehört, dass die Ärzte bei den Visiten viel erklären, um das Fachwissen zu mehren. »Eine theoretische Grundausbildung haben die jungen Leute ja schon, und ich bin erstaunt, wie schnell sie sich eingearbeitet haben.« Ein großer Vorteil: Es ist derzeit deutlich mehr Personal – nämlich die »Alten« und die »Jungen« auf der Station. »Das ist schon luxuriös«, sagt Bernd.

Wer sich für eine Ausbildung am Klinikum interessiert, kann sich an Sarah Krüger wenden: Telefon 0521/581-1001 oder per Email an: sarah.krueger@klinikumbielefeld.de.

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