Fr., 17.05.2019

SPD-Spitzenkandidatin auf dem Rathausplatz Barley macht Wahlkampf der leisen Töne

Pflegt einen Wahlkampf der leisen Töne: Katarina Barley auf dem Rathausplatz.

Pflegt einen Wahlkampf der leisen Töne: Katarina Barley auf dem Rathausplatz. Foto: Bernhard Pierel

Bielefeld (WB/MiS). Gut 250 Menschen sind am Donnerstag auf den Bielefelder Rathausplatz gekommen, bereiten der SPD-Spitzenkandidatin bei der Europawahl, Katarina Barley, einen warmen Empfang – bei kühlen neun Grad.

Sie hat sich vorsichtshalber einen heißen Tee mit ans Rednerpult gebracht. Doch eine klassische Wahlkampfrede will sie eigentlich nicht halten, lieber das Gespräch mit den Menschen suchen. Barley macht einen Wahlkampf der leisen Töne.

Am Vormittag im Bundestag hat die amtierende Bundesjustizministerin noch eine Rede zum 70. Geburtstag des Grundgesetzes gehalten. Dessen Werte dürften niemals als selbstverständlich angesehen werden, hat sie dort gesagt. Das überträgt sie auf dem Rathausplatz auch auf die Errungenschaften der Europäischen Union. Es sei notwendiger denn je für deren Prinzipien einzustehen, sagt Barley mit Blick auf zunehmende populistische Tendenzen.

Selbst bezeichnet sich Barley augenzwinkernd als »Europa auf zwei Beinen«. Stimmt. Die Politikerin hat den deutschen und den britischen Pass. Ihr Vater ist Brite, ihr Lebensgefährte Niederländer. Ihre zwei Kinder hat sie mit einem Mann bekommen, den sie als Erasmus-Studentin in Paris kennengelernt hat. Aber sie will an diesem Nachmittag nicht nur über sich plaudern.

Europäisches Seenotrettungsprogramm

Sie will auch politische Botschaften vermitteln, etwa die Forderung nach einem europäischen Mindestlohn, der 60 Prozent des mittleren Einkommens im jeweiligen EU-Land entsprechen müsse. »Deutschland ist davon noch entfernt.« Noch so ein großes Thema ist für sie die Steuergerechtigkeit: »Wer gute Gewinne in der EU macht, soll dafür auch Steuern zahlen«, sagt sie in Anspielung auf internationale Konzerne, die sich bisher drücken können.

Unterstützt wird die SPD-Spitzenkandidatin von zwei weiteren sozialdemokratischen Bewerbern für das Europäische Parlament. Die Bielefelderin Sally Lisa Starken fordert ein europäisches Seenotrettungsprogramm, »damit im Mittelmeer keine Menschen mehr ertrinken.« Micha Heitkamp aus Hille nimmt ebenfalls die Rechtspopulisten aufs Korn.

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