»Der gordische Knoten zerschlagen«
Kommentar zum Grundstückstausch: Eine Chance für ganz Sennestadt

Bielefeld (WB). Mit einem umfassenden Grundstückstausch wurden jetzt die Weichen für die Entwicklung im Bezirk Sennestadt gestellt. In Folge kann der Türkisch Islamische Kulturverein eine Moschee an der Industriestraße errichten, und die Sennestadt GmbH kann über die Zukunft Alte Post am Sennestadtring entscheiden. Ein Kommentar von Kerstin Sewöster.

Samstag, 18.05.2019, 06:00 Uhr
Wo noch die Flüchtlingscontainer an der Industriestraße stehen, soll bald eine Moschee gebaut werden. Foto: Bernhard Pierel
Wo noch die Flüchtlingscontainer an der Industriestraße stehen, soll bald eine Moschee gebaut werden. Foto: Bernhard Pierel

Das Dilemma schien lange Zeit unlösbar. Der Türkisch-Islamische Kulturverein brauchte dringend eine neue Moschee, doch der Kauf der Alten Post erwies sich zunächst als Fehlinvestition: Zu marode die Bausubstanz, zudem war der Gewerbebau auf 1546 Quadratmetern Grundfläche wenig geeignet für Gebetssaal und Gemeinschaftsräume. Daher ist der Verein nie eingezogen.

Mit dem Grundstückstausch, der nun auch vertraglich besiegelt wurde, scheint jedoch der gordische Knoten zerschlagen. Der Türkisch-Islamische Kulturverein kann an der Industriestraße endlich für seine 150 Mitglieder eine Moschee bauen, die den Ansprüchen auf Religionsausübung und Jugendarbeit genügen kann. Es bleibt zu hoffen, dass diese Entscheidung auf einen breiten Konsens trifft.

Für viele Sennestädter jedoch ist noch wichtiger, dass ihr Zentrum endlich das werden kann, was die bevorzugte Lage verlangt: vorzeigbar. Denn schon lange ist das Gebäude der Post Bürgern und Stadtplanern ein Dorn im Auge. Manche sprechen sogar von einem Schandfleck. Nicht nur der Zahn der Zeit hat dem Klotz aus Klinker zugesetzt. Graffiti und Zerstörung lassen eher sozialen Brennpunkt als Filetlage vermuten. Wenn jetzt der Sennestadt-GmbH-Geschäftsführer Bernhard Neugebauer von der »Perspektive Abriss« redet, dürfte er ausschließlich Zustimmung bekommen.

Der Bezirk Sennestadt mausert sich – Stadtentwicklungskonzept (Insek) sei dank – zunehmend zu einem attraktiven Wohnort. Entscheidend für die Lebensqualität in Sennestadt ist die Verbindung von Nord- und Südstadt. Dem Gelände der Alten Post nahe der Paderborner Straße, die wie eine Schneise beide Stadtteile voneinander trennt, kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu. Gelingt den Planern die Wegeverbindung, dann werden alle Menschen in Sennestadt profitieren.

 

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