Do., 23.05.2019

Heimischer CDU-Europapolitiker macht Wahlwerbung für seine Partei - Kritik an Rechtspopulisten Elmar Brok tüftelt an der Europaformel

Elmar Brok im Wahlwerbevideo der CDU, das die Partei auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht.

Elmar Brok im Wahlwerbevideo der CDU, das die Partei auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht.

Von Andreas Schnadwinkel

Bielefeld (WB). Die CDU kann auch Soziale Medien: Ein Videoclip zur Europawahl sorgt derzeit im Internet für Aufsehen. Es zeigt ein Chemielabor, in dem es überall brodelt. An der Tafel steht ein Professor und grübelt über eine Formel – die Zukunftsformel für Europa. Der Mann im Laborkittel ist Elmar Brok.

Auf Bitte der Parteizentrale hat sich der CDU-Europaparlamentarier aus Ostwestfalen-Lippe für den Einminüter zur Verfügung gestellt. Schließlich ist der 73-Jährige der bekannteste deutsche Europapolitiker überhaupt. »Ich bin erstaunt, wie stark die Resonanz auf das Video ist. Das geht um die Welt«, sagt Brok.

Nur knapp eine Stunde haben die Dreharbeiten gedauert. »Das Set hat die Agentur im Konrad-Adenauer-Haus aufgebaut, die Laborausstattung kam aus der Technischen Universität Berlin«, so Brok. 

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Nur knapp eine Stunde haben die Dreharbeiten gedauert. »Das Set hat die Agentur im Konrad-Adenauer-Haus aufgebaut, die Laborausstattung kam aus der Technischen Universität Berlin«, so Brok.

Die Macher des Clips beziehen sich auf den Komödienklassiker »Der verrückte Professor« mit Jerry Lewis in der Hauptrolle. Mit einem Foto des Schauspielers aus dem Film von 1963, das gerahmt in einem Regal steht, beginnt der Clip. Wie sich die Zukunft Europas laut Broks Formel errechnen lässt? Die 27 wischt er weg: »Das ist falsch.« 28 Mitgliedsstaaten hat die EU noch. Und so soll es auch bleiben, denn die Briten sollen bleiben. »Sicherheit x Freiheit geteilt durch Wohlstand x Frieden« ergibt welches Ergebnis? Natürlich »26. Mai CDU«, schließlich handelt es sich um Wahlwerbung.

Kritik an AFD und FPÖ

Broks größte Sorge vor den Eu­ropawahlen, die seit gestern laufen, ist ein starkes rechtspopulistisches Bündnis. Diese Parteien greift er scharf an: »Die selbsternannten Gralshüter des Nationalen und vermeintlichen Patrioten verraten in Wirklichkeit ihre Vaterländer«, sagt Brok.

»Marine Le Pen bekommt einen Millionenkredit aus russischen Quellen, um ihren Wahlkampf zu finanzieren, und andere rechtspopulistische Parteien lassen sich von Donald Trumps Wahlkampfstrategen Stephen Bannon beraten. Die arbeiten mit Leuten zusammen, die Europa zerstören wollen«, kritisiert Brok weiter und prangert die Besuche von AfD- und FPÖ-Abgeordneten auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim an: »Die betreiben das Geschäft des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Und der will alle liberalen Demokratien kaputt machen.«

Wer das wisse, der könne keine rechtspopulistische Partei wählen.

Kommentare

Wenn "Sicherheit x Freiheit geteilt durch Wohlstand x Frieden" = CDU wählen ergibt, bedeutet es doch je weniger Wohlstand und Frieden wir haben wollen, desto mehr CDU sollten wir wählen. Oder anders gesagt CDU führt zu weniger Wohlstand und Frieden. Leute Mathe ist nicht so schwer, außer für Elma vielleicht.

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