Sa., 25.05.2019

»Fridays for Future«-Demo mit 3000 Teilnehmern – mit Video Protest wird generationenübergreifend

Durch die Herbert-Hinnendahl-Straße Richtung Innenstadt: 3000 Demonstranten machen sich auf den Weg.

Durch die Herbert-Hinnendahl-Straße Richtung Innenstadt: 3000 Demonstranten machen sich auf den Weg. Foto: Bernhard Pierel

Von Michael Schläger

Bielefeld (WB). Für sie ist die Europawahl am Sonntag eine Klimawahl. Das haben am Freitag 3000 Schülerinnen und Schüler deutlich gemacht und sind dafür auf die Straße gegangen. Bielefelds »Fridays for Future«-Aktivisten sind mit der Resonanz hoch zufrieden.

»Leute, lasst das Glotzen sein, reiht Euch in die Demo ein«, rufen die jungen Leute am Bielefelder Hauptbahnhof, von wo aus der Demonstrationszug seinen Anfang nimmt

Das lassen sich inzwischen auch viele ältere Menschen nicht zweimal sagen. Zu den »Fridays for Future«-Jugendlichen haben sich längst die »Parents for Future«, engagierte Eltern, gesellt. »Es ist an der Zeit, Zeichen zu setzen«, meint auch Susanne Glahr-Schroeder. Sie will nicht nur das Klima retten, sondern gehört auch zu den »Omas gegen Rechts«. Josef Redeker ist einer der »Opas for Future« und marschiert an diesem Freitag ebenfalls mit.

Erfahrung mit Organisation von Großveranstaltungen

»Uns sind alle willkommen, die sich für den Klimaschutz engagieren«, sagt Lina Strothmann, die zum Organisationsteam der »Fridays for Future«-Bewegung in Bielefeld gehört. Längst haben die jungen Leute Erfahrung mit der Organisation von Großveranstaltungen. Schon einmal brachten sie 4500 Menschen auf die Straße.

Jetzt sind es etwas weniger, aber ihr Protest ist genauso lautstark. Alles läuft friedlich ab. Mancher Autofahrer drückt unterstützend auf die Hupe. »Richtig so!«, ruft einer durch die heruntergelassene Seitenscheibe. Andere sind aber auch genervt. Die Demo sorgt für Staus im mittäglichen Verkehr. Vom Hauptbahnhof geht es über den Willy-Brandt- und den Jahnplatz und weiter zur Kunsthalle. Dort legt der Demonstrationszug eine Pause ein.

Obwohl, Pause ist das falsche Wort. Eher eine Gymnastikstunde. »Hoch mit dem Klimaschutz«, rufen die Demonstranten und springen geschlossen in die Luft, »runter mit der Kohle« heißt es dann, und alle gehen in die Knie. Dann geht es weiter über Kreuzstraße und Niederwall zum Rathaus.

Aktionen in mehr als 200 deutschen Städten

Weltweit sind am Freitag in mehr als 100 Ländern Jugendliche auf die Straße gegangen, um sich für die Zukunft des Planeten einzusetzen. In Deutschland hat es Aktionen in mehr als 200 Städten gegeben. »Eine gute Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg ist beim Klimaschutz unverzichtbar. Deshalb ist die Europawahl so entscheidend«, sagt Simon Erichsen vom Oberstufenkolleg. Er gehörte im Januar zu denjenigen, die den ersten »Fridays for Future«-Protest in Bielefeld organisierten, ganz im Sinne ihres schwedischen Vorbildes, der 17-jährigen Greta Thunberg.

In ihrem Protest nachlassen wollen die jungen Leute auch nach dem Wahltag nicht. »Wir werden überlegen, wie es künftig weitergeht«, sagt Lina Strothmann. Künftige Protestaktionen könnten mit anderen »Fridays for Future«-Gruppen in OWL besser abgestimmt werden. Bielefeld soll aber ein Zentrum weiterer Aktionen bleiben.

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