Frau erwürgt – Er spricht von Sexunfall – Anklage fordert elf Jahre Haft
Markus W. soll lange ins Gefängnis

Bünde/Bielefeld (WB/bex). Markus W. soll nach dem Willen der Anklage lange ins Gefängnis. Der 48 Jahre alte Bünder, der am 27. November 2017 seine Frau erwürgt haben soll, müsse wegen Totschlags für elf Jahre weggesperrt werden.

Dienstag, 28.05.2019, 12:32 Uhr aktualisiert: 28.05.2019, 12:36 Uhr
Markus W. (48) – er lässt sich unverpixelt zeigen – mit seinen Anwälten Dr. Holger Rostek (rechts) und dessen Sohn Peter. Foto: Bexte
Markus W. (48) – er lässt sich unverpixelt zeigen – mit seinen Anwälten Dr. Holger Rostek (rechts) und dessen Sohn Peter. Foto: Bexte

Diese Strafe hat Staatsanwalt Christopher York in seinem Plädoyer vor dem Landgericht Bielefeld beantragt. Nebenklageanwalt Armin Knoch – er vertritt die Eltern des Opfers Natalie W. (34) – forderte sogar 13 Jahre Haft für den vorbestraften Lageristen. Er sieht ausreichend Hinweise für eine geplante Tat. Motiv sei die angekündigte Trennung seiner Frau von ihm.

Der Angeklagte hatte von einem Sexunfall gesprochen. Seine Frau habe nur durch »Würgeakte« zum Höhepunkt kommen können, dabei sei es zu dem Unfall gekommen. Aus Panik, eines Verbrechens beschuldigt zu werden, habe er die Leiche in eine Kiste gepackt und in eine unter falschem Namen angemietete Garage nach Bielefeld-Vilsendorf gebracht. Die Leiche der zweifachen Mutter wurde am 11. Januar dieses Jahres entdeckt.

»Was passiert ist, tut mir leid«

Aber selbst seine Verteidiger, Dr. Holger Rostek und Sohn Peter Rostek, halten einen bedingten Tötungsvorsatz für gegeben. Das ergebe sich aus der Tatsache, dass es bis zum Tod durch Erwürgen drei bis fünf Minuten dauere. »Es war wohl kein Unfall«, sagte Holger Rostek. Die Einlassung des Angeklagten sei jedoch durch die Beweisaufnahme nicht widerlegt worden. Die Verteidigung beantragte eine Verurteilung wegen Totschlags zu einer Haftstrafe von weniger als zehn Jahren.

Als würde er ahnen, dass seine Version von einem Sexunfall wenig glaubwürdig erscheint, hatte sich Markus W. zu Beginn des dritten Prozesstags vor dem Schwurgericht erstmals selbst geäußert: »Was passiert ist, tut mir leid. Für das Geschehen trage ich alleine die Verantwortung. Ich möchte mich bei meinen Kindern und Angehörigen entschuldigen«, las er mit zittriger Stimme von einem Zettel ab.

Das Urteil wird am 6. Juni verkündet.

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