Rieke und Aik haben zum zweiten Mal Nachwuchs – Braunbär ist alt und verletzt
Freude über Wolfswelpen, Sorge um Max

Bielefeld (WB). Im Tierpark Olderdissen gibt es große Freude über Nachwuchs im Wolfsgehege. Zum zweiten Mal hat Fähe Rieke drei Welpen zur Welt gebracht. Sorgen bereitet hingegen Braunbär Max, dem mit seinen 26 Jahren sei Alter anzumerken ist und der außerdem an einer Verletzung an der linken Hinterpfote laboriert.

Donnerstag, 30.05.2019, 05:00 Uhr aktualisiert: 30.05.2019, 18:40 Uhr
Braunbär Max ist mit seinen 26 Jahren im fortgeschrittenen Alter. Außerdem macht ihm eine Verletzung an der linken Hinterpfote zu schaffen. Foto: Bernhard Pierel
Braunbär Max ist mit seinen 26 Jahren im fortgeschrittenen Alter. Außerdem macht ihm eine Verletzung an der linken Hinterpfote zu schaffen. Foto: Bernhard Pierel

Noch ist von den drei kleinen Fellknäulen im Wolfsgehegen wenig zu sehen. »Meist hält Mutter Rieke sie in einer der Erdhöhlen versteckt«, sagt Revierpflegerin Andrea Günnemann.

Geboren worden sind die Welpen am 7. Mai. Schon zuvor hatten Andrea Günnemann und ihre Kollegen vermutet, dass Fähe Rieke zum zweiten Mal nach 2018 trächtig ist. »Man konnte es an ihrem Bauch erkennen, aber auch an ihrem Verhalten«, so Günnemann. Welches Geschlecht die kleinen Wölfe haben, wissen die Tierpark-Mitarbeiter noch nicht. Festgestellt werden soll dies bei einer ersten Untersuchung durch den Tierarzt, die in ein bis zwei Wochen geplant ist. Dann soll das Trio auch eine erste Wurmkur verabreicht bekommen.

Holzbrücke durch das Gehege bleibt gesperrt

Um die Welpen zu schonen und den Stress auch für Aik und Rieke möglichst gering zu halten, bleibt die Holzbrücke, die durch das Wolfsgehege führt, erst einmal für Besucher gesperrt. Außerdem appelliert Tierpark-Leiter Herbert Linnemann dringend an alle Gäste, die Wege im Umfeld des Geheges nicht zu verlassen und nicht an die Böschung und an den Zaun heranzutreten. »Die Wölfe registrieren dies sofort, für sie bedeutet dies ein Eindringen in ihren Sicherheitsbereich.«

Im vergangenen Jahr waren Rüde Aik (5) und Rieke (7) zum ersten Mal Eltern geworden. Damals hatte die Fähe ebenfalls drei jungen Wölfe zur Welt gebracht – Ylvie und Bjelle, die nach wie vor in Olderdissen leben, und Odin, der im September an das Wolfcenter Dörverden abgegeben worden war.

Auch die drei Welpen, die Anfang des Monats geboren wurden, sollen nach Möglichkeit an andere Einrichtungen vermittelt werden, erklärt Chef-Tierpfleger Markus Hinker. Sollte dies nicht oder nur für einen Teil der Jungtiere gelingen, wollen man dafür sorgen, dass es im kommenden Jahr keinen weiteren Nachwuchs bei den Olderdisser Wölfen gibt. Dann gäbe es ein bis zu siebenköpfiges Rudel, das gut funktionieren könne, so Linnemann.

Ylvie, die trotz ihrer Verletzung an einem Lauf (das WESTFALEN-BLATT berichtete) gut klarkommt, und Bjelle werden sich ebenfalls um die Versorgung und Erziehung ihrer jüngeren Geschwister kümmern, so Linnemann. »Und mit den noch recht jungen Eltern Aik und Rieke haben wir eine stabile Rudelführung.«

Braunbär Max plagt Wunde an der Hinterpfote

Braunbär Max hingegen ist inzwischen in die Jahre gekommen. »Und da er eines der bekanntesten Tiere in Olderdissen ist, wollen wir darauf aufmerksam machen. Außerdem ist es ein Beispiel dafür, dass wir uns nicht nur über Nachwuchs freuen, sondern uns auch um die ›alten Mohikaner‹ kümmern«, sagt Linnemann.

Max hat Arthrose, bewegt sich behäbiger, bei heißem Wetter liegt er am liebsten im Schatten oder auf dem kühlen Betonboden der »Bären-Villa« und er hatte auch schon Kreislaufprobleme, wobei er heftig und schwer atmete, erläutert der Tierpark-Leiter. Hinzu kommt, dass Max seit Monaten eine etwa zehn Zentimeter lange Wunde an der linken Hinterpfote plagt, die nicht verheilen will, obwohl er Antibiotika und auch entzündungshemmende homöopathische Mittel bekommt. Bessere sich die Situation nicht, müsse überlegt werden, Max in Narkose zu legen, um ihn weiter zu untersuchen.

Helfe keine Behandlung und verschlechtere sich die Situation weiterhin, könne es dazu kommen, dass Max eingeschläfert oder erschossen werden muss. Herbert Linnemann betont jedoch: »Im Moment ist das aber kein Thema. Wir hoffen alle, dass er noch möglichst lange gut weiterleben kann.«

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