Fr., 31.05.2019

Firmenleitung nimmt nicht an Gespräch mit Abgeordneten teil – Termin mit Oberbürgermeister Clausen Hiro Lift: Streik geht weiter

Der Streik bei Hiro Lift wurde am Freitagmorgen fortgesetzt.

Der Streik bei Hiro Lift wurde am Freitagmorgen fortgesetzt. Foto: Bernhard Pierel/Archiv

Von Stefan Biestmann

Bielefeld (WB). Der Streik beim Bielefelder Treppenlift-Herstellers Hiro-Lift geht nach der Aussetzung weiter. Ein Grund dafür sei, dass die Firmenleitung nicht an einem Vermittlungsgespräch mit den Bundestagsabgeordneten am Mittwoch teilgenommen habe, sagt Oguz Önal von der IG Metall im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Wie berichtet , war der unbefristete Streik am Mittwoch ausgesetzt worden.

Der aktuelle Streikaufruf gelte zunächst nur für Freitag, betont Önal. Die IG Metall biete der Firmenleitung ein weiteres Gespräch für Tarifverhandlungen am Montagmorgen an. Sollte es darauf keine Reaktion geben, werde der unbefristete Streik am Montagmorgen fortgesetzt, berichtet Önal. Er kritisiert, dass die Firmenleitung nicht an dem Gespräch mit den drei Bundestagsabgeordneten Wiebke Esdar (SPD), Britta Haßelmann (Grüne) und Friedrich Straetmanns (Die Linke) teilgenommen habe. »Das ist verantwortungslos«, meint Önal. »Wenn man nicht will, dass der Streik eskaliert, sollte man jede Chance nutzen.«

Unternehmen will Gespräche ohne IG Metall führen

Hiro Lift weist die Vorwürfe zurück. Unternehmenssprecher Michael Kämpfe spricht davon, dass die Einladung zum Gespräch mit den Bundestagsabgeordneten eine »einseitige Aktion« der IG Metall gewesen sei. Er verweist darauf, dass bereits ein Termin am 11. Juni mit dem Bielefelder Oberbürgermeister Pit Clausen vereinbart worden sei, an dem auch der Betriebsrat des Unternehmens teilnehme, aber nicht die IG Metall. »Bei diesem Gespräch soll es dann um Inhalte gehen«, sagt Kämpfe.

Zudem teilt er mit: »Wir sind kein tarifgebundenes Unternehmen. Die IG Metall ist nicht für uns zuständig. Wir wollen eine Lösung mit der Belegschaft und dem Betriebsrat suchen.«

Kämpfe spricht zudem davon, dass bislang nur maximal 81 der Beschäftigten an dem Streik teilgenommen hätten. Das Unternehmen mit 307 Beschäftigten hat etwa 170 Mitarbeiter am Standort Bielefeld. Die IG Metall dagegen weist darauf hin, dass die Außendienstmitarbeiter gar nicht zum Streik aufgerufen worden seien.

Die IG Metall fordert unter anderem höhere Löhne und bessere Arbeitszeiten. Nach Angaben der Gewerkschaft zahlt das nicht tarifgebundene Unternehmen den Beschäftigten 25 Prozent weniger als der branchenübliche Tarif. Das Unternehmen bestreitet dies.

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